Restauranttest in Stuttgart Im Cochin 1982 gibt’s eine Schüssel all in one – ohne Schnickschnack

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Die Schulstraße, die sogenannte Fressgasse in Stuttgart, bleibt in asiatischer Hand: Im neuen Restaurant Cochin 1982 gibt es Rolls, Bowls und auch einen Burger – in französischem Kolonialstil. Aber auch viel Luft nach oben, wie unsere Kritikerin findet.

Neu in der Fressgasse: Das Cochin 1982  mit angenehmem Interieur. Foto: Lg/Leif Piechowski 7 Bilder
Neu in der Fressgasse: Das Cochin 1982 mit angenehmem Interieur. Foto: Lg/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Fressgasse oberhalb der Schulstraße bleibt asiatisch geprägt: Neu im Geschäft ist das Restaurant Cochin 1982, das vietnamesische Küche verspricht. Der Name ist die Bezeichnung der französischen Kolonialherren für den südlichen Landesteil. Angenehm zurückhaltend ist das Interieur mit viel Holz und wenig dekorativem Schnickschnack. Der Gast sitzt auf schlichten Hockern, was kein Problem ist, weil auch wenig Zeit für Gemütlichkeit bleibt: Das Essen folgt so zackig auf die Bestellung, dass sich Vorspeise und Hauptgang gleichzeitig auf dem Tisch tummeln.

Französisch beeinflusst ist nur der Name. Schon die Speisekarte ist englisch geprägt und bietet ein asiatisches Potpourri. Zur Vorspeise gibt es zum Beispiel Crispy Rolls gefüllt mit Garnelen (5,90 Euro), eine chinesische Wan-Tan-Suppe oder japanische Edamame, unreife, gekochte Sojabohnen mit Meersalz (5,50 Euro). Der grüne Mangosalat (8,90 Euro) ist aus reifen, gelben Früchten gemacht, die kalte, gekochte Hühnerbrust darauf sorgt für wenig Frische, und die üppige Dekoration mit Kopfsalat und Rucola am Tellerrand wirkt unpassend europäisch.

Salatgurkenwürfel unambitioniert hingeworfen

Die Hauptspeisen sind nach den Hauptzutaten – Huhn, Rind, Lachs, Tofu – sortiert. Drachen Duck nennt sich das gegrillte Entenfilet (17,90 Euro), das in Form einer Brust kommt und von Kirschtomaten, Pilzen, Zucchini und Kaiserschoten begleitet wird. Die dunkelbraune Soße ist nach dem japanische Aal-Gericht Unagi benannt und bestimmt den Geschmack. Weil das Auge mitisst, hat Bun Bo Nam Bo einen schlechten Start: Die „all in one Bowl“ (14,90 Euro), wie es auf der Speisekarte heißt, mit „zarten Rindfleischscheiben, mit Reisnudeln, frischen exotischen Kräutern und grünem Salat in herzhafter Fischsoße“ mit unambitioniert an den Tellerrand geworfenen Salatgurkenwürfeln schmeckt nach wenig und lässt sich wegen Trockenheit nicht aufessen. Der einzige Lichtblick: Tiger Beer – aus Singapur und schon wieder nicht Vietnam (3,90 Euro). Doch die Bestellung einer zweiten Flasche scheiterte daran, dass der Kellner nach dem schnellen Servieren der Gerichte lange nicht mehr gesehen ward.

Service

Cochin 1982, Schulstraße 17/1, Stuttgart-Mitte, Telefon 07 11 / 30 00 54 60. Geöffnet von Montag bis Freitag von 11.30 bis 23 Uhr, am Wochenende von 12 bis 23 Uhr.

Bewertung

Küche: 2 Sterne

Ambiente: 3 Sterne

Service: 2 ½ Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern




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