Resümee der Rockxplosion in Leonberg-Warmbronn Am Ende bleibt genau eine Flasche Bier

Gut besucht: Das Rockxplosion-Gelände ist voll, vor allem am Freitagabend. Foto: Simon Granville

Anstrengend, aber am Ende „supergut“, die Kritik leise bis nicht vorhanden: Das Rockxplosion-Festival auf dem Warmbronner Waldsportplatz war ein Erfolg. Doch wie geht es nun mit dem Open Air weiter?

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Mike Bruster muss lachen. Als er danach gefragt wird, wie er und sein Team das Rockxplosion Open Air verkraftet hätten, antwortet der Festival-Projektleiter vom Leonberger Jugendhausverein: „‚Verkraftet’ ist genau richtig ausgedrückt. Es war sehr anstrengend, aber wir wurden dafür belohnt.“ Und kalkuliert hat man offenbar auch gekonnt: „Am Ende hatten wir noch genau ein einziges Bier übrig“, so Bruster. Zum Plan gehörte jedoch auch, im Verlauf des Festivals stetig für Getränkenachschub zu sorgen.

 

Festival laut Veranstalter „supergut gelaufen“

Zeit für einen Rück- und auch einen Ausblick: Das 38. Warmbronner Open Air in diesem Jahr sei alles in allem „supergut gelaufen“, betont Bruster. Am vorvergangenen Wochenende waren an drei Tagen 25 Bands auf dem alten Waldsportplatz im Leonberger Teilort aufgetreten, hinzu kamen für die Kinder noch der Bananenfuchs und ein Gastspiel der Grooving-Guitar-Gitarrenschüler.

Insgesamt bewegte man sich wohl bei rund 2500 Gästen, verteilt über alle drei Tage. „Das sind die verlässlichsten Schätzungen, die wir haben“, so Bruster. Der Eintritt zum Festival ist seit vielen Jahren kostenfrei. „Da ist es schwierig, ganz genau zu zählen.“ Besonders am Freitagnachmittag und -abend schauten viele Besucherinnen und Besucher bei den Metalbands vorbei, bei optimalem und vor allem trockenem Wetter. Vereinzelte Kritik gab es am ersten Open-Air-Tag lediglich an der Genre-Auswahl – viele Gruppen waren dem eher moderneren Metalcore-Sektor zuzuordnen, für die Fans der alten Schule blieb fast nichts. Das lag aber auch an der Absage der Aalener Thrash-Metal-Band Skeleton Pit, die genau dieses Klientel bedient hätte. „In Zukunft soll da auch noch mehr Abwechslung dabei sein“, gelobt Bruster.

Samstag trotz Dauerregen ein Erfolg

Am bandmäßig gewohnt top-aufgestellten Punkrock-Samstag regnete es dann fast den gesamten Tag. „Trotzdem sind die Leute dageblieben“, so Bruster. Es seien ja auch fast alle vernünftig angezogen gewesen. Was nicht zuletzt an den Regenponchos gelegen haben dürfte, die das Rockxplosion-Team am Merchandise-Stand unter die Leute brachte. „Die Verkäufe sind durch die Decke gegangen“, berichtet Bruster, der an allen drei Tagen auf dem Gelände unzählige Kilometer abgespult haben dürfte.

Der Sonntag gehört beim Rockxplosion schon seit Langem vor allem den Familien. Schon früh hatten sich für den Auftritt von „Bananenfuchs“ Chris Cox viele Kinder vor der großen Bühne eingefunden. „Das war der süßeste Circle-Pit, den ich je gesehen habe“, erinnert sich Bruster an die Kinderhorde, die auf dem Gelände dem Musiker hinterher lief. Zum Vergleich: „Richtige“ Circle-Pits, also Menschen, die bei harten Klängen vor der Bühne wild im Kreis rennen, gab’s in Warmbronn bei anderen Bands ebenfalls zuhauf. Am Ende machte in Form des renommierten Alternative-Punk-Duos Treptow dann auch eine härtere Band den Deckel drauf.

Gelände weitläufiger, aus bestimmtem Grund

Neu war in diesem Jahr das weitläufigere Festivalgelände. Das lag daran, dass die Macher dazu gezwungen waren, den Campingplatz zu verlegen. Der hatte sich bislang stets im hinteren Bereich des Waldsportplatzes befunden – konnte dort aufgrund des schlechten Zustandes des Waldes und der Astbruchgefahr aber nicht bleiben. Nach langer Suche war eine Ausweichfläche in der Nähe des Besucherparkplatzes gefunden. Und das kam bei fast allen gut an. „95 Prozent der Leute fanden es okay“, so Bruster, „und die Wege waren ja auch verkraftbar.“

Auch die Resonanz auf die beiden Aftershow-Partys im nahe gelegenen Treff Warmbronn sei gut gewesen. Aus dem Metal-Karaoke am Freitagabend sei irgendwann das „Metal“ gestrichen und zu allem möglichen geträllert worden. Und die Samstags-Party mit den beiden Elektro-DJs Leirum und Okibashi sei ebenfalls eine schöne Ergänzung zum gitarrenlastigen Open-Air-Angebot gewesen. „Es ist da einiges im Wandel“, sagt Bruster dennoch. Man darf also gespannt sein, wie das Team die Aftershow-Partys im kommenden Jahr gestaltet.

Wie geht es mit dem Festival weiter? Und vor allem: wo?

Und noch etwas anderes wird in Zukunft für Spannung sorgen: Die Frage, wie sich die Situation im Warmbronner Wald auf das Rockxplosion insgesamt auswirkt. Hat der Standort Waldsportplatz auf längere Sicht überhaupt eine Zukunft? „Es gibt einige Herausforderungen“, sagt Bruster, bevor er konkret wird: „Noch geht das. Aber wir beschäftigen uns natürlich auch damit.“ Grundsätzlich sei es so: „Wir sind das Warmbronner Open Air und wollen das Festival auch weiterhin in Warmbronn veranstalten.“ Und wenn das nicht klappe, wolle man zumindest in Leonberg bleiben. Vieles sei dabei eine Frage der Infrastruktur – vor allem der Wasser- und Stromversorgung. „Strom lässt sich heutzutage relativ leicht mit Generatoren erzeugen, es ist vor allem das Wasser“, so Bruster.

Und das Bier? Wer die letzte Rockxplosion-Pulle am Ende abgestaubt hat, ist nicht bekannt. Als gesichert darf allerdings gelten, das die Kühlschränke im kommenden Jahr wieder prall gefüllt sein werden.

50 Jahre Jugendhaus

Zwei Veranstaltungen
Das nächste Großereignis, auf das sich das Team vom Jugendhausverein Leonberg vorbereitet, ist das 50-Jahr-Jubiläum. Gefeiert wird das mit zwei Konzerten. Eines steigt am Samstag, 12. Oktober, in der Leonberger Beat Baracke, das andere eine Woche später am Samstag, 19. Oktober, im Treff Warmbronn.

Weitere Infos
Weitere Informationen zu Rockxplosion und Jugendhausverein gibt es auf https://rockxplosion.de, www.jhleonberg.de sowie in den Sozialen Medien.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Leonberg Festival Warmbronn