Im Plenum scheint am Donnerstag das Aus für Christoph 41 in Leonberg besiegelt worden zu sein. Große Kritik an den Abgeordneten.

Man habe noch einmal alle Register gezogen, um eine andere Entscheidung herbeizuführen, aber auch im Plenum des Landtags stimmte am Donnerstag die grün-schwarze Regierungsmehrheit für die Ablehnung der Petition zum Erhalt des Rettungshubschrauberstandorts in Leonberg. Das teilte der FDP-Enzkreisabgeordnete Erik Schweickert am Abend mit. Zuvor hatte die FDP-Fraktion für eine Besonderheit gesorgt und eine getrennte Abstimmung über die von rund 28 000 Menschen unterschriebene Petition beantragt.

Der Liberale beklagt auch, dass die grüne Enzkreisabgeordnete Stefanie Seemann sich ebenfalls gegen einen Verbleib des Hubschraubers in Leonberg ausgesprochen hatte – und sich damit wie ihre CDU-Kollegen in der Regierung verhalten hat.

Ob damit das endgültige Aus für den Verbleib in Leonberg besiegelt ist? Jedenfalls nicht, wenn es nach dem Oberbürgermeister Martin Georg Cohn mit dem Landtagsabgeordneten Hans Dieter Scheerer (FDP) geht. Auch sie wollen weiter kämpfen und hatten das noch vor der Sitzung im Landtag bekräftigt. Beide wollen sich, wie die Leonberger CDU, weiterhin für den Leonberger Standort einsetzen und tauschten sich darüber aus. Der Weil der Städter Abgeordnete des Wahlkreises wird die Standortfrage um Christoph 41 nun bei der nächsten Sitzung des Landtages auf die Agenda setzen. „Wir finden es wichtig, dass sich die Abgeordneten mit diesem hochrelevanten Thema eindringlich beschäftigen“, sagte Oberbürgermeister Cohn.

Mehr als 27 800 Unterstützer

Nach einem im Jahr 2018 von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten „Strukturanalyse Luftrettung Baden-Württemberg“ beim Münchner Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement will das Innenministerium den Standort des Rettungshubschraubers Christoph 41, der seit 1986 am Leonberger Krankenhaus stationiert ist, auf eine Achse zwischen Tübingen und Reutlingen verlegen. Daraufhin hatte der THW-Ortsbeauftragte Matthias Schultheiß als Sprachrohr der „Blaulichtorganisationen“ in Leonberg eine Petition ins Leben gerufen und über eine Online-Plattform insgesamt 27 854 Unterstützer gefunden.

Ein Gutachten mit Mängeln

Vor wenigen Wochen nun hat der Petitionsausschuss darüber abgestimmt, von welchem Standort der Rettungshubschrauber Christoph 41 künftig Einsätze fliegen soll. Und obwohl das vom baden-württembergischen Innenministerium erstellte Gutachten laut Argumenten der Petitoren erhebliche Mängel aufweise und relevante Gesichtspunkte nicht mit einbeziehe, stimmten die Mitglieder des Ausschusses für den Standortwechsel von Leonberg in die Region Reutlingen/Tübingen.

Rettungshubschrauber gehört zur Engelbergstadt

„Der Rettungshubschrauber gehört zur Engelbergstadt, er genießt ein hohes Ansehen in der Leonberger Bevölkerung und ist eine wesentliche Säule in der medizinischen Notfallversorgung in der ganzen Region. Das muss künftig so bleiben“, sagte der OB.