Rettungshubschrauber in der Region Christoph 41: Noch Hoffnung für Leonberg?
Der FDP-Abgeordnete Hans-Dieter Scheerer sieht Perspektiven für einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb.
Der FDP-Abgeordnete Hans-Dieter Scheerer sieht Perspektiven für einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb.
Durchaus noch Chancen, den Rettungshubschrauber Christoph 41 dauerhaft am Krankenhaus in Leonberg zu stationieren, sieht der Landtagsabgeordnete Hans-Dieter Scheerer. Eine Möglichkeit, so sagt der FDP-Politiker im Gespräch mit unserer Zeitung, sei der 24-Stunden-Betrieb. Der ist zwar bisher nicht in Leonberg, sondern für den Hubschrauber Christoph 51 in Pattonville vorgesehen. Doch dort wird von den Nachbarn eine geplante Rund-um-die Uhr-Bereitschaft kritisch gesehen.
„Der Landeplatz liegt direkt neben einem Wohngebiet“, sagt Scheerer. „Derzeit läuft dort ein Lärmschutzgutachten.“ Der Tageseinsatz sei in Pattonville zwar unumstritten. Doch gegen einen Nachtbetrieb gebe es unter den Anwohnern erhebliche Bedenken, die jüngst sogar zur Gründung einer Bürgerinitiative geführt hätten.
Losgelöst von der Pattonville-Thematik sieht Scheerer auch beim künftig für Christoph 41 vorgesehenen Standort Probleme. Der Rettungshubschrauber soll in knapp fünf Jahren vom Leonberger Klinikum auf das Dach des Krankenhauses der Berufsgenossenschaft (BG) in Tübingen verlegt werden. „Doch das würde erhebliche Umbauten erfordern, um die Statik des Daches für zwei Hubschrauber zu ertüchtigen“, sagt der Abgeordnete aus Weil der Stadt. „Neben dem Rettungshubschrauber soll auf der BG-Klinik ein weiterer Helikopter landen können, der andere Patienten transportiert. Das würden einen riesigen Aufwand bedeuten.“
Um die Versorgungssicherheit sowohl am Rand der Alb als auch in der Region Leonberg mit dem unfallträchtigen Autobahndreieck zu gewährleisten, könne das Land nach wie vor einem zusätzlichen Hubschrauber zustimmen. „Das Gutachten, das die Verlegung von Christoph 41 von Leonberg nach Tübingen empfohlen hat, basiert auf Zahlen von 2018“, sagt Scheerer. „Die Umsetzung ist nicht vor 2028 zu erwarten. Da liegen dann zehn Jahre dazwischen. Zehn Jahre, in denen sich sehr viel verändert hat.“
Über die Gesamtthematik hat Scheerer den Staatssekretär im Landesinnenministerium, Thomas Blenke (CDU), informiert. Dieser ist im vergangen Jahr auf Wilfried Klenk gefolgt, der die Verlegung von Christoph 41 ungeachtet der zahllosen Einwände und einer Petition durchgesetzt hatte. Doch auch der neue Staatssekretär lässt im Moment offenbar kein Umdenken erkennen.