Rettungsschirm für Start-ups Länder für Start-ups in Frühphase verantwortlich

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Der Bund hat ein Rettungspaket für Start-ups aufgesetzt. Doch Details der Hilfen sind immer noch offen, vor allem für Start-ups ohne bisheriges Risikokapital.

Die staatliche Förderbank KfW ist der Schlüssel für die Hilfen. Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst
Die staatliche Förderbank KfW ist der Schlüssel für die Hilfen. Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst

Stuttgart - Der Bund hat ein Start-up-Rettungspaket im Volumen von zwei Milliarden Euro aufgesetzt, das unter anderem durch eine staatliche Kofinanzierung verhindern will, dass privates Risikokapital austrocknet. Zudem sollen mit den Bundesmitteln auf Länderebene Förderinstrumente gestützt werden, die Start-ups und kleinen Mittelständlern helfen, die nicht auf den Kapitalmarkt gegangen sind. Baden-Württemberg hat bereits ein Programm namens Pro-Tect für Start-ups in der Frühphase lanciert, das deren Liquidität sichern soll.

Mit dem Bundespaket soll verhindert werden, dass Start-ups wie bei den bisherigen Rettungsprogrammen weiterhin durch den Rost fallen, weil sie mit ihren sich gerade erst etablierenden Geschäftsmodellen nicht ins Raster üblicher Bewertungsmaßstäbe von Unternehmen fallen.

Bundesfinanzministerium rechnet mit schnellem Start

Die erste Säule des Bundesprogramms besteht darin, dass sich die deutsche Förderbank KfW und der Europäische Investitionsfonds (EIF) mit bis zu 70 Prozent an einer Finanzierung beteiligen können. Private Investoren müssen im Gegenzug mit mindestens einem Anteil von 30 Prozent ins Risiko gehen. Der zweite Förderweg ist noch nicht präzise definiert. Hier heißt es nur: „Hierzu wird es eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern geben, unter anderem über die Zusammenarbeit mit Landesgesellschaften.” Die Bundes-Förderbank KfW soll dafür Globaldarlehen an die Landesinstitute vergeben.

Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, rechnet zumindest bei der Kofinanzierung von privatem Risikokapital mit einem schnellen Start: „Wir gehen davon aus, dass noch im Mai die ersten Ergebnisse erreicht werden und Auszahlungen stattfinden können.“ Hingegen ist die Umsetzung der zweiten Säule für kleinere und frühere Start-ups bisher im Detail noch offen, obwohl diese besonders gefährdet sind.

Hilfen für Start-ups in der Frühphase im Detail noch unklar

Dies kritisiert unter anderem der IT-Branchenverband Bitkom: „Wir dürfen hier nicht in Wochenfristen denken, es ist kurz vor Zwölf und die Hilfen müssen jetzt umgehend kommen”, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Der Wermutstropfen ist mal wieder die Geschwindigkeit“, sagt Adrian Thoma vom Bundesverband Deutsche Start-ups in Baden-Württemberg. Nach der Präsentation habe es einen Monat gebraucht bis das Konzept stand. „Da hätte man sich von der Geschwindigkeit des Start-up Rettungsprogramms Pro-Tect in Baden-Württemberg was abschneiden können“, sagt Thoma.

Einen „Schritt in die richtige Richtung“ nennt das baden-württembergische Wirtschaftsministerium das Paket: „Wir werden jetzt prüfen, wie wir die angekündigte Unterstützung des Bundes für kleinere Start-ups in unsere Förderstrukturen integrieren.“ Ein Landesprogramm, wonach Gründer bis zu 400 000 Euro als Wandeldarlehen beantragen können, wovon 20 Prozent privat kofinanziert werden müssen, sei aber schon seit zwei Wochen am Start.

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