Rettungswache Leonberg kriegt neuen RTW Rollende Intensivstation im Wert einer Wohnung

Von Henning Maak 

Die Leonberger Rettungswache des DRK bekommt einen neuen Transportwagen.

Der  DRK-Kreisverbandspräsident Michael Steindorfner (links) übergibt den Schlüssel für den neuen Rettungswagen an den stellvertretenden Leiter der Leonberger Rettungswache Stephan Abele. Foto: factum/Bach
Der DRK-Kreisverbandspräsident Michael Steindorfner (links) übergibt den Schlüssel für den neuen Rettungswagen an den stellvertretenden Leiter der Leonberger Rettungswache Stephan Abele. Foto: factum/Bach

Leonberg - Bei der Rettung von Menschen wollen wir Qualität auf höchstem Niveau anbieten“, hat Michael Steindorfner, der Präsident des DoRK-Kreisverbandes Böblingen, bei der offiziellen Übergabe eines neuen Rettungstransportwagens (RTW) an die Leonberger Rettungswache klargestellt. Das neue Fahrzeug, das bereits seit Dezember im Einsatz ist, sei ein Mosaikstein dazu.

Inklusive der medizinischen Ausstattung habe der neue RTW rund 185 000 Euro gekostet. „Das ist eine rollende Intensivstation im Wert einer kleinen Eigentumswohnung“, erklärte der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, Wolfgang Breidbach. Neben einer neuen auffälligeren Rückseite sei der RTW mit modernsten Beatmungsgeräten ausgestattet, erklärte Stephan Abele, der stellvertretende Leiter der Leonberger Rettungswache. Im Laufe des Jahres sollen zudem noch EKG-Geräte der modernsten Art dazu kommen.

345000 Kilometer in acht Jahren

Steindorfner betonte, die Neuanschaffung sei aber dringend nötig gewesen: Der Vorgänger-RTW sei acht Jahre alt gewesen und habe in dieser Zeit 345 000 Kilometer gefahren. „Das zeigt, in welchen Dimensionen der Rettungsdienst in Anspruch genommen wird“, führte Steindorfner weiter aus. Da es bei schweren Unfällen häufig auf Sekunden ankomme, sei der DRK stets bemüht, neben der technischen Ausstattung auch die Qualifikation der Mitarbeiter zu optimieren. „Unser Dank an sie kann nicht groß genug sein. Sie sind mit Herzblut bei der Sache, beseelt von Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft“, so Steindorfner.

Die Rettungswache Leonberg verfügt insgesamt über vier RTWs, von denen tagsüber drei und nachts zwei im Einsatz sind. Ein RTW steht als Ersatzfahrzeug bereit. Hinzu kommen ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie vier Krankentransportwagen. Steindorfner dankte bei dieser Gelegenheit dem so genannten Bereichsausschuss. Deren je sieben Vertreter der Krankenkassen und der Hilfsorganisationen entscheiden über die Ausstattung der Rettungsdienste. Der neue RTW werde in Höhe von 85 000 Euro mit Mitteln des Ausschusses finanziert, den Rest von 100 000 Euro steuere der DRK-Kreisverband bei, erläuterte Steindorfner.

Helfer sind schnell vor Ort

Dank der guten Ausstattung hätten die Rettungsdienste im Landkreis Böblingen im vergangenen Jahr die Quote von 95 Prozent bei den gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen – zwischen Notruf und Eintreffen am Einsatzort dürfen nicht mehr als 15 Minuten liegen – mit 95,25 Prozent erfüllt. Bei den Einsätzen der Notärzte habe man die Hilfsfristen zu knapp 90,5 Prozent eingehalten. Damit liege man unter der Vorgabe von 95 Prozent, habe sich aber gegenüber dem Vorjahr gesteigert. „Um hier noch weitere Sekunden einzusparen, wurde beschlossen, dass sich die Notärzte in Zukunft in den Rettungswachen aufhalten sollen und nicht in den Krankenhäusern“, führte Steindorfner weiter aus.

Der Kreisverbandspräsident wies zudem darauf hin, dass die Ausbildung zum Notfallsanitäter seit 2014 von zwei auf drei Jahre verlängert worden sei. Dadurch sei ein Personalengpass entstanden, weil ein Jahrgang komplett entfallen sei. Insgesamt befänden sich derzeit 17 Männer und Frauen des DRK-Kreisverbandes in der Ausbildung, alle sollen einen Anschlussvertrag erhalten. „Obwohl der Respekt gegenüber den Helfern durch die Verrohung der Gesellschaft immer geringer wird, wollen wir stets rechtzeitig zur Stelle sein, wenn wir gebraucht werden“, schloss Steindorfner.

Hinweis: In einer früheren Version ist gestanden, dass der Leonberger Ortsverband den Rettungswagen finanziert habe. Dies haben wir korrigiert. Die Kosten von rund 100 000 Euro trägt die der DRK-Rettungsdienst, das ist eine Tochterfirma des DRK-Kreisverbandes. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss in Höhe von 85 000 Euro.