Revierderby zwischen Schalke und Dortmund Herne-West gegen Lüdenscheid-Nord

Von dapd 

Nur drei Tage nach dem umjubelten 1:0 über Bayern München muss Borussia Dortmund den nächsten Rivalen bezwingen.

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Gelsenkirchen - Auf zum nächsten Gipfel. Nur drei Tage nach dem umjubelten 1:0 über den Verfolger FC Bayern München muss Borussia Dortmund auf dem Weg zur Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga den nächsten großen Rivalen bezwingen. Im prestigeträchtigen Revierderby beim Tabellendritten FC Schalke kann der Spitzenreiter einen weiteren riesigen Schritt Richtung Titel machen. Der BVB-Trainer Jürgen Klopp schwor seine Profis auf einen neuerlichen Kraftakt ein: „Die Freunde aus Gelsenkirchen werden alles versuchen, damit es für uns noch mal eng wird. Die wollen uns in die Suppe spucken.“

Welche Bedeutung das Kräftemessen der in historischer Abneigung verbundenen Clubs wirklich hat, brachte Christoph Metzelder zum Ausdruck. Der Schalker Abwehrspieler muss es wissen. Schließlich stand er in den Jahren zwischen 2000 und 2007 Jahren auch schon beim Erzrivalen unter Vertrag. „Für manchen Fan ist es wichtiger, das Derby zu gewinnen, als einen Titel zu holen“, sagt Metzelder.

Der Triumph über den Rekordmeister aus München hat dem BVB eine komfortable Ausgangslage beschert. Noch nie in der 49-jährigen Bundesligahistorie verspielte ein Tabellenführer in den letzten vier Saisonspieltagen einen Sechspunktevorsprung. Die Sorge, dass es seinen Profis nach dem dramatischen Duell mit den Bayern am Mittwochabend an der nötigen Konzentration mangeln könnte, hält sich bei Klopp in Grenzen: „Es gibt eine Partie, die kann man schon am nächsten Morgen wieder spielen – das Derby. Dieses Spiel ist aus der Saison ausgeklammert. Das war immer so und wird immer so bleiben.“

Gute Ausgangslage für Dortmund

Die 1:4-Schlappe der Schalker am vorigen Spieltag in Nürnberg gilt allen Dortmundern nicht als Gradmesser für das 80. Kräftemessen der Revierclubs, die sich gegenseitig despektierlich Lüdenscheid-Nord (für Dortmund) und Herne-West (für Schalke) nennen. „Die Schalker wären auch heiß, wenn sie gegen Nürnberg 6:0 gewonnen hätten“, sagte Mats Hummels. Die Tabellenkonstellation erhöht die Vorfreude des BVB-Innenverteidigers: „Das wird ein geiles Spiel. Der Gegner wird uns hassen, das Stadion wird gegen uns sein.“

Liebend gern würde sich der FC Schalke für die Schmach von 2007 revanchieren. Damals reisten die Gelsenkirchener am zweitletzten Saisonspieltag als Tabellenführer an und mussten nach dem 0:2 die Pole-Position an den späteren Meister VfB Stuttgart abtreten. Nun bietet sich die Chance, es dem BVB im Titelkampf zumindest schwerer zu machen. „Es gibt angenehmere Aufgaben, aber wir werden ein unangenehmer Gegner sein“, sagte Klopp.

Für den Coach des Titelverteidigers ist die jüngste Heimbilanz des Gegners Warnung genug. Gegen Wolfsburg (4:0), Hamburg (3:1), Leverkusen (2:0) und Hannover (3:0) verbuchte Schalke die volle Punktzahl bei beachtlichen 12:1-Toren. Nicht zuletzt deshalb ist die direkte Qualifikation für die Champions League greifbar. „Wir spielen für die drei Punkte, denn wir wollen unseren Vorsprung auf Gladbach halten“, sagte der Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

Gestört wird die Vorbereitung der Schalker allerdings von der jüngsten Aufregung um Raúl. Laut spanischen Medienberichten soll der Wechsel des Weltstars nach Katar nun perfekt sein. dapd