Die Teilnehmerinnen der Reisegruppe nach Paris stehen fest. Nach der zweiten Qualifikationsrunde hat der Deutsche Turner-Bund (DTB) wenig überraschend Darja Varfolomeev und Margarita Kolosov vom Bundesstützpunkt Schmiden für die Einzelwettbewerbe der Gymnastinnen bei den Olympischen Spielen nominiert. Als Ersatzgymnastinnen wurden Viktoria Steinfeld und Anastasia Simakova benannt.
Exakt 40 Tage vor Beginn der Spiele wetteiferten am Samstag acht Gymnastinnen bei tropischen Temperaturen in der 1-2-3-Sporthalle in Schmiden um die Tickets nach Paris. Die sechsfache Weltmeisterin Darja Varfolomeev und die amtierende deutsche Mehrkampfmeisterin Margarita Kolosov lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Die 17-Jährige vom TSV Schmiden gewann mit 141,500 Punkten vor ihrer 20 Jahre alten Konkurrentin und Trainingsgefährtin vom SC Potsdam (136,450 Punkte). „Weltklasseleistungen“ in der Qualifikation bescheinigte die Teamchefin Isabell Sawade den beiden deutschen Ausnahmegymnastinnen, die „verdient nach Paris fahren“.
Kolosov mit Wettkampf zufrieden
Darja Varfolomeev selbst war mit ihren Aufritten nur „eigentlich zufrieden“ und hofft, ihre Fehler bis zu den Spielen noch ausmerzen zu können. „Mein Wettkampf lief wirklich gut, alle vier Geräte ohne Verluste. Und das trotz 40 Grad in der Halle, extrem stickiger Luft und einem sehr, sehr schnellen Wettkampf“, sagte derweil Margarita Kolosov.
Platz drei ging mit 122,100 Punkten an Viktoria Steinfeld, ebenfalls vom TSV Schmiden, die in wenigen Tagen 16 Jahre alt wird und als Ersatzgymnastin in die französische Hauptstadt mitreist. Das gilt auch für ihre Vereinsgefährtin Anastasia Simakova, die in Schmiden verletzungsbedingt fehlte. Wegen ihrer Leistungen in der ersten Qualifikationsrunde im Rahmen der deutschen Meisterschaften in Frankfurt im Juni, als die ehemalige Juniorinnen-Weltmeisterin hinter Margarita Kolosov und Darja Varfolomeev den dritten Platz im Mehrkampf belegte, wurde sie ebenfalls als Ersatz nominiert.
Jetzt beginnt die heiße Phase der Olympia-Vorbereitung
Die in Schmiden beheimatete Nationalgruppe präsentierte sich außer Konkurrenz und mit Licht und Schatten. Nach einer Weltklasseübung mit fünf Reifen, für die es 35,95 Punkte gab, zeigten Anja Kosan (SC Siemensstadt), Daniella Kromm (TSV Schmiden), Alina Oganesyan (TSV Schmiden), Hannah Vester (TB 1889 Oppau), Emilia Wickert (TSG Söflingen) Schwächen mit zwei Bällen und drei Bändern – 26,40 Punkte.
„Jetzt beginnt für uns die heiße Phase der Vorbereitung und wir werden zielstrebig bis zu unseren ersten Wettkämpfen bei den Olympischen Spielen am 8. August weiterarbeiten, um dann in Paris das volle Potenzial abzurufen“, sagte Isabell Sawade. Thomas Gutekunst, DTB-Vorstand Olympischer Spitzensport, ist ebenfalls zuversichtlich. „Wir fahren mit einem starken RSG-Team und großer Vorfreude auf die olympischen Wettkämpfe nach Paris“, sagte er. Nach der gänzlich verpassten Olympiaqualifikation in Tokio sei die Wende geschafft worden. „Wir können in Paris sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppenkonkurrenz im Kampf um Top-Platzierungen mitmischen.“