Richtfest am Charlottenweg Kinderhaus bringt Betonbauer gehörig ins Schwitzen

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Beim Richtfest für die Einrichtung am Charlottenweg greift Polier Volker Utsch die Ideen der Architekten in Reimform auf. Nur vier Monate nach dem Spatenstich steht schon der Rohbau für das 4,7 Millionen Euro teure Projekt.

Sie freuen sich übers Richtfest: Architekt Frank Holzäpfel, OB Christoph Traub, Daniela Bort und  Pfarrer Andreas Marquardt,  Architektin Sigrid Brünis (von li.). Foto: Sascha Schmierer
Sie freuen sich übers Richtfest: Architekt Frank Holzäpfel, OB Christoph Traub, Daniela Bort und Pfarrer Andreas Marquardt, Architektin Sigrid Brünis (von li.). Foto: Sascha Schmierer

Filderstadt-Sielmingen - Für den traditionellen Richtspruch auf der Baustelle ist normalerweise der Zimmermann zuständig. Beim Kinderhaus Charlottenweg freilich durfte am Dienstag ausnahmsweise der Polier Volker Utsch aufs Dach, um das Bauwerk in Reimform zu beglückwünschen – ein Holzgebälk mit First und Sparren sucht man bei dem Flachdachbau schließlich vergeblich.

Um es vorwegzunehmen: Der Betonexperte erwies sich in seiner kurzen Rede vor den Mitarbeitern der beteiligten Baufirmen, den interessierten Zuhörern aus Nachbarschaft und Kirchengemeinde sowie den Planern aus der Filderstädter Bauverwaltung nicht nur als Ersatzlösung, sondern als würdiger Vertreter.

Ohne rechte Winkel soll spielerische Leichtigkeit entstehen

In seinem Gedicht sprach er nämlich nicht nur von den leuchtenden Kinderaugen, die sich auf den Einzug ins neue Domizil freuen. Utsch nahm auch die bewusst schräge Linienführung humorvoll aufs Korn, mit der die Architekten Sigrid Brünis und Frank Holzäpfel vom Hochbauamt der Stadt im Untergeschoss eine spielerische Leichtigkeit in den Baukörper bringen wollen. „Entstanden sind nun Wand und Decken, auch ohne rechtwinklige Ecken“, erinnerte Utsch an die besondere Herausforderung für sich und seine Mitarbeiter, bei dem Neubau am Charlottenweg „mit Geschick und nicht nach Norm“ zu bauen.

Trotz der ungewohnten Pläne zogen seit dem Spatenstich gerade mal vier Monate ins Land, bis der Rohbau des Kinderhauses steht – weshalb Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub nicht vergaß, neben den Bauleuten auch sein internes Architekturbüro für seine Arbeit zu loben. Bis Anfang 2017 sollen die Räume für die Betreuung von zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 45 Mädchen und Jungen und zwei Hortgruppen für jeweils zehn Kinder unter drei Jahren bezugsfertig sein.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2017 vorgesehen

Die Trägerschaft der von 7 bis 17 Uhr geöffneten Einrichtung übernimmt die katholische Kirchengemeinde Sankt Stephanus. Pfarrer Andreas Marquardt und die zweite Kirchengemeinderats-Vorsitzende Daniela Bort nahmen an der Feierstunde teil. Im Obergeschoss errichtet die Stadt vier Wohnungen. Das Projekt schlägt mit Kosten von 4,7 Millionen Euro zu Buche. OB Christoph Traub: „An der Summe lässt sich ablesen, welchen Wert wir in Filderstadt der Kinderbetreuung beimessen“.