Die Süddeutsche Gemeinschaft hat in Dagersheim Richtfest gefeiert. Es fehlt aber noch an Geld fürs Gemeindehaus. Das Projekt hat ein Volumen von knapp 2,7 Millionen Euro.

Die Süddeutsche Gemeinschaft erweitert ihr Gemeindehaus im Böblinger Stadtteil Dagersheim. Jetzt steht der Richtbaum auf dem Erweiterungsbau. Laut einer Mitteilung zum Richtfest soll das Projekt „weit mehr sein soll als ein neues Gebäude“. Im Mittelpunkt stehe die Vision, „Raum zu schaffen, in dem alle willkommen sind“. Die Gemeinde reagiere damit auf das starke Wachstum ihrer Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Wöchentlich nähmen inzwischen mehr als 200 junge Menschen an Kleingruppen teil, während die Kinderferienwoche jedes Jahr über 300 Kinder erreiche – getragen von rund 180 ehrenamtlichen Mitarbeitenden.

 

Der neue „Frei-Raum“ soll künftig ein offener Begegnungsort für Menschen aller Generationen werden. Besonders wichtig sei der Gemeinde das Thema Integration. Das bisherige, rund 100 Jahre alte Gebäude ist für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen nur eingeschränkt zugänglich. Der Erweiterungsbau schaffe nun durch Aufzug, barrierefreie Sanitäranlagen und großzügige Zugänge neue Möglichkeiten der Teilhabe. Es entstehen mehrere moderne Jugendräume und ein großes Foyer mit Cafeteria, das als Treffpunkt für Begegnungen verschiedenster Art dienen soll.

Neben dem Bau verfolge die Gemeinde auch eine inhaltliche Weiterentwicklung ihrer Arbeit. Unter dem Leitgedanken „Köpfe und Steine“ soll nicht nur in Gebäude, sondern auch in Menschen investiert werden. In naher Zukunft sei deshalb die Anstellung eines Jugendpastors vorgesehen, um die pädagogische Arbeit sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und der Stadt weiter auszubauen.

Als „beeindruckend“ wertet die Süddeutsche Gemeinschaft die breite Unterstützung des Projekts: Bereits 1,34 Millionen Euro seien durch private Spenden gesammelt worden. Hinzu kämen Fördermittel, Darlehen und umfangreiche Eigenleistungen der Gemeindemitglieder.

Das Projekt soll knapp 2,7 Millionen Euro kosten. Neben dem eigentlichen Bau stecken darin auch die vorbereitenden Arbeiten – wie zum Beispiel eine Stützwand zur benachbarten Kita Ehninger Weg. Über Spenden seien bisher 1,3 Millionen Euro gesammelt worden. Rund 935 000 Euro fehlen aber noch, um den Neubau abschließen zu können.

Doch dem Leiter des Arbeitskreises Baufinanzen, Rainer Roth, ist nicht bange, dass dieses Geld zusammen kommt. „Wir haben ein solides Finanzierungskonzept“, sagt er. Neben den Spenden, die per Dauerauftrag regelmäßig von den Gemeindegliedern aufgebracht werden, versucht die Gemeinschaft, Geld bei Stiftungen und anderen Organisationen einzuwerben. Sollte das nicht wie geplant funktionieren, dann würde der Dachverband der Süddeutschen Gemeinschaft ein privates Darlehen gewähren, zusätzlich würden auch noch weitere Gemeindeglieder mit privaten Darlehen einspringen, und natürlich könne die Gemeinschaft auch einen Bankkredit aufnehmen, sagt Rainer Roth. Darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit, langsamer zu bauen mit mehr Eigenleistungen, denn die Gemeinschaft verfüge über versierte Bauleute.