9 Tipps Richtig Zähne putzen – So geht’s

Welche Fehler gilt es beim Zähneputzen zu vermeiden? Foto: Ollyy/Shutterstock
Welche Fehler gilt es beim Zähneputzen zu vermeiden? Foto: Ollyy/Shutterstock

Soll man nach dem Zähneputzen den Mund ausspülen oder nicht? Und was ist bei einer elektrischen Zahnbürste zu beachten? Wir beantworten alle wichtigen Fragen und geben 9 wertvolle Tipps.

Digital Unit : Katrin Klingschat (kkl)
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Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Karies sind nicht schön und können im Zweifelsfall richtig teuer werden. Vorbeugen ist also nicht nur gut für die Zähne, sondern auch für den Geldbeutel. Wie man (vermeintlich) richtig die Zähne putzt, haben viele bereits als kleine Kinder gelernt. Doch sind diese Tipps noch zeitgemäß? Und was ändert sich durch elektrische Zahnbürsten?

Tipp #1: Weich, mittel, hart – Die richtige Zahnbürste wählen

Die Zahnbürste bringt die Scheuermittel der Zahncreme auf den Zahn. Der Härtegrad einer Zahnbürste entscheidet darüber, wie gut Beläge entfernt werden. Wer keinerlei Probleme mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch hat, kann zu einer harten Zahnbürste greifen. Wer empfindliches Zahnfleisch hat, der putzt besser mit einer weichen Zahnbürste. Wechseln Sie die Zahnbürste regelmäßig, etwa alle zwei Monate, denn abstehende und kaputte Borsten können das Zahnfleisch verletzen und die Reinigungswirkung mindern.

Tipp #2: Die richtige Zahnpasta verwenden

Die Auswahl an Zahncremes ist riesengroß – und die meisten davon können Sie bedenkenlos verwenden.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe einer guten Zahnpasta sind laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg folgende:

  • Fluoride (machen den Zahnschmelz härter und widerstandsfähiger gegen Bakterien)
  • Tenside (bilden den Schaum und sorgen dafür, dass die Inhaltsstoffe überall gut hingelangen)
  • Wenige abrasive Stoffe (scheuern sanft den Schmutz weg)

Eine erbsengroße Menge Zahnpasta reicht vollkommen aus.

Vorsicht ist lediglich bei sogenannten „Aufheller“-Zahncremes geboten, also solche, die die Zähne weißer machen sollen („Whitening Effect“). Diese enthalten meist sehr viele abschleifende Bestandteile, die den Zahnschmelz angreifen. Wenn Sie mit Ihrer Zahnfarbe unzufrieden sind, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber anstatt Selbstexperimente zu starten.

Tipp #3: Keine Kreisbewegungen

Viele Menschen haben als Kinder gelernt, dass man die Zähne in Kreisbewegungen putzen sollte. Das wird heutzutage nicht mehr empfohlen. Stellen Sie sich stattdessen vor, Sie würden die Zähne wie mit einem Besen fegen – ziehen sie die Zahnbürste in kehrenden Bewegungen von Rot nach Weiß.

Zusätzlich können Sie nach dem KAI-System putzen. „KAI“ steht für „Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen“ – so stellen Sie sicher, dass der Zahn rundum sauber wird.

Tipps #4: Alle Zähne gleichmäßig putzen

Dieser Tipp klingt viel zu simpel, um ein wirklicher Tipp zu sein. Tatsächlich putzen viele Menschen aber gedankenverloren vor sich hin. Dabei kann es schnell passieren, dass bestimmte Zähne wie die oberen Backenzähne oder die Eckzähne vernachlässigt werden. Putzen Sie deswegen mit System: Fangen Sie unten links an und arbeiten Sie sich schrittweise über die Schneidezähne bis zur anderen Seite des Kiefers und wieder zurück. Das Ganze wiederholen Sie dann natürlich noch in der oberen Zahnreihe.

Tipp #5: Nicht zu viel Druck ausüben

„Viel hilft viel“ ist nicht immer das beste Motto beim Zähneputzen. Denn zu viel Druck auf die Zähne führt nicht unbedingt dazu, dass der Zahn besser gereinigt wird. Tatsächlich leidet oft das Zahnfleisch unter zu viel Druck, was zu Entzündungen und Blutungen führen kann. Im schlimmsten Fall können Sie auch den Zahn selbst schädigen. Mit einem simplen Test können Sie herausfinden, wie stark der Druck sein sollte: Drücken Sie die Zahnbürste flach auf eine Küchenwaage. Wenn diese 150 Gramm anzeigt, ist Schluss – mehr Druck sollten Sie nicht ausüben.

Tipp #6: Auf die Uhr schauen

Manchmal hat man das Gefühl, die Zeit vergeht beim Zähneputzen besonders langsam. Doch drei Minuten müssen es mindestens sein – besser sogar fünf. Und das zwei Mal am Tag, morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Schauen Sie also stets auf die Uhr, verwenden Sie eine Sanduhr oder einen Timer am Handy, um nicht zu kurz zu putzen.

Tipp #7: Zahnpasta nicht ausspülen

Immer wieder begegnet einem der Tipp, dass der Mund nach dem Zähneputzen nicht ausgespült werden muss. Das stimmt tatsächlich. Natürlich können bzw. sollten Sie den Zahnpastaschaum nach dem Putzen ausspucken, ein zusätzliches Ausspülen mit Wasser ist aber nicht notwendig. So kann das Fluorid an der Zahnoberfläche noch weiter wirken.

Tipp #8: Zahnzwischenräume nicht vergessen

Die Zahnzwischenräume werden oft vernachlässigt. Vielen ist der Extra-Schritt zu lästig oder sie haben Angst davor, dass das Zahnfleisch blutet. Aber gerade dann ist es wichtig, die Zwischenräume zu reinigen. Es ist möglich, dass das Zahnfleisch zu Beginn blutet, dies sollte aber von Mal zu Mal abnehmen. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Zahnarzt um Rat. Im Supermarkt und in der Drogerie erhalten Sie mittlerweile neben Zahnseide auch Interdentalbürsten. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie bei der Reinigung der Zwischenräume vorgehen sollen, erklärt Ihnen Ihr Zahnarzt die Technik sicher gerne.

Extra-Tipp: Spülen Sie die Zahnpasta nach dem Zähneputzen nicht aus, sondern lassen Sie diese auch während der Reinigung der Zahnzwischenräume wirken. Alternativ können Sie die Interdentalbürste in etwas Mundspülung tunken.

Tipp #9: Professionelle Zahnreinigung vom Zahnarzt durchführen lassen

Die Durchführung dieses Tipps liegt zwar nicht allein in Ihren Händen, ist aber dennoch wichtig. Gehen Sie alle 6 bis 12 Monate zum Zahnarzt, um eine professionelle Zahnreinigung (PZR) machen zu lassen. Dabei werden Zähne und Zahnzwischenräume gründlich gereinigt, von Plaque und Zahnstein befreit und fluoridiert. Die Behandlung dauert 30 bis 60 Minuten. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten bereits, bei anderen müssen Sie dies selbst zahlen. Informieren Sie sich bei Ihrem Zahnarzt im Vorfeld über die genauen Kosten. Auch abseits der PZR sollten Sie halbjährlich zur Vorsorge Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Zähne putzen ohne Zahnpasta – Ist das sinnvoll?

Zähne putzen ohne Zahnpasta ist nicht zu empfehlen, denn die Zahnpasta enthält neben dem wertvollen Fluorid auch abrasive Stoffe, welche den Schmutz abschrubben. Wenn Sie einmal keine Zahnpasta zur Hand haben, ist es sinnvoll, den Mund nach dem Essen wenigstens auszuspülen oder mit der Zahnbürste ohne Zahncreme zu putzen. Eine Alternative kann dann auch eine Mundspülung sein. Eine dauerhafte Lösung ist das Zähneputzen ohne Zahncreme aber nicht.

Zähne richtig putzen mit einer elektrischen Zahnbürste

In der Regel sind elektrische Zahnbürsten für die Zahnreinigung besser geeignet als Handzahnbürsten. Sie übernehmen durch ihre Vibration die wichtigen Putzbewegungen und eignen sich deswegen auch besonders gut für Kinder, ältere Menschen oder andere Personen, die Schwierigkeiten mit präzisen Bewegungen haben.

Bei elektrischen Zahnbürsten gelten im Prinzip die gleichen Tipps wie oben aufgeführt: Putzen Sie alle Zahnflächen gleichmäßig, üben Sie nicht zu viel Druck aus und vergessen Sie im Anschluss die Zahnzwischenräume nicht.

Viele elektrische Zahnbürsten bieten dabei allerlei Hilfstechnik und zeigen beispielsweise an, wenn Sie zu stark auf die Zähne drücken. Durch spezielle Vibrationen signalisieren die Bürsten oft auch, wenn es Zeit ist, den zu putzenden Zahnbereich zu wechseln.

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