Richtiges Lüften Fenster auf gegen dicke Luft

Von Stephanie Hoenig, dpa 

Aus Sorge vor zu hohen Heizkosten bleiben Fenster geschlossen -Tipps gegen schlechte Luft.

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Stuttgart - In Neu- und Altbauten werden immer bessere Fenster eingebaut, um Heizenergie zu sparen. Doch die dichteren Elemente verursachen ein neues Problem: Die früher unkontrollierte und mit Energieverlusten verbundene Lüftung durch Fugen und Ritzen fehlt. Wenn dann nicht ausreichend gelüftet wird, drohen schlechte, ungesunde Raumluft und feuchte Wände. Auch Schimmelpilz bildet sich schnell.

„Gutes Lüften in der Wohnung ist unverzichtbar”, sagt Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Schlechte Lüftung in geschlossenen Räumen führe zu Kohlendioxid-Belastungen. Denn der Mensch und seine Haustiere atmen und geben das Kohlendioxid über die Atmung ab. Zu viel davon in der Raumluft kann laut Ulrich-Raithel das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

"Dicke Luft macht auf Dauer krank"

Aber auch Schadstoffe, die den Raum nicht verlassen können, sind bedenklich. Dazu zählen die Inhaltsstoffe von Zigarettenrauch wie auch Gifte aus Klebstoffen, Lösemitteln und Weichmachern in Baustoffen, Farben, Lacken und Möbeln. So mache dicke Luft in der Wohnung auf Dauer krank, sagt Ulrich-Raithel.

Mangelhaftes Lüften fördert auch die Schimmelpilzbildung. „Denn in Wohnungen mit neuen, dichten Fenstern und unverändertem Lüftungsverhalten wird die beim Duschen, Kochen und Waschen entstehende Luftfeuchtigkeit aus Wohnräumen, Küchen und Bädern nicht abgeführt”, sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dies führe zu einer Erhöhung der relativen Luftfeuchte. Vor allem in schlecht gedämmten Altbauten könne es so zu Tauwasserbildung an den Innenoberflächen kalter Außenbauteile kommen - und an diesen Stellen zu Schimmelpilz-Wachstum.