Riesen-Basketballer sind in der Spur Die Impulse kommen von der Bank

Ludwigsburgs Johannes Thiemann kommt auf 19 Punkte. Foto: Baumann
Ludwigsburgs Johannes Thiemann kommt auf 19 Punkte. Foto: Baumann

Zum Start der Rückrunde in der Basketball-Bundesliga haben die MHP Riesen Ludwigsburg da weitergemacht, wo sie zuvor aufgehört haben – und gegen Bremerhaven 92:69 gewonnen.

Sport: Joachim Klumpp (ump)

Ludwigsburg - Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Also haben die Ludwigsburger Fans am Samstagabend am Ende den Spielmacher Kerron Johnson auf die Tribüne entführt zu seiner Jung-verlobten, damit er von oben den Rest der Mannschaft auf dem Feld dirigiert. Die ­hatte zuvor völlig ungefährdet die Eisbären Bremerhaven mit 92:69 (46:29) besiegt und war damit als Tabellendritter erfolgreich in die Rückrunde der Basketball-Bundesliga gestartet. Nach einem schwachen Start (8:17) bekamen die Riesen den Gegner immer besser in den Griff. „Zwischenzeitlich war das wohl unser bester Team-Basketball in dieser Saison“, lobte Trainer John Patrick. Er meinte die Phase von der vierten bis etwa zur 32. Minute, als die Mannschaft aufdrehte und zwischenzeitlich sogar mit 44 Punkten führte, so dass der Gästetrainer Arne Woltmann sich sogar entschuldigen musste. Bei wem? „Bei unseren Fans, auch wenn die nicht in der Halle waren, sondern zu Hause vor dem Fernseher saßen.“

Die 3379 Zuschauer in der MHP-Arena waren dagegen begeistert, auch wenn man den Sieg im Duell Dritter gegen Drittletzten nicht überbewerten sollte. Was allerdings unstrittig ist: „Wichtig waren heute die Impulse von der Bank“, sagte Patrick, der seine Startformation (in der diesmal der Kanadier Adika Peter-McNeilly als BBL-Neuling stand) nicht in Stein gemeißelt sieht. So nutzten Center Justin Sears (16 Punkte), Elgin Cook (13), aber auch die Deutschen Florian Koch (5) sowie Niklas Geske ihre Chance – vor allem aber Dwayne Evans, der 17 Punkte beisteuerte und hinter Nationalspieler Johannes Thiemann (19) zweitbester Werfer war.

Schwache Dreierquote

„Vor der Saison haben wir uns mit Bremerhaven auf Augenhöhe gesehen“, meinte Patrick. Doch die Wege haben sich getrennt. Während Bremerhaven gegen den Abstieg kämpft, spielen die Riesen an der Spitze mit, ohne zu weit nach vorne zu blicken. „Wir stehen erst am Beginn der Rückrunde“, betont der Vorsitzende Alexander Reil und fügt hinzu: „Auf den zehnten Platz haben wir gerade mal drei Siege Vorsprung.“ Das ist nicht viel in der sehr ausgeglichenen Liga.

Zumal die Riesen am Samstag zum Beispiel eine schwache Dreierquote (21 Prozent) aufwiesen und in dieser Kategorie sogar vom Gegner übertroffen wurden. Doch das bereitet dem Trainer die geringsten Sorgen, solange die Verteidigung funktioniert – wie in der angesprochenen Phase, als man in etwa 25 Minuten nur 21 Punkte zugelassen hatte. „Das wird schon wieder“, sagt Patrick zu seinen Distanzschützen. Vielleicht schon am Mittwoch, wenn Ludwigsburg zu Gaziantep in der Champions League muss, in der man bereits fürs Achtelfinale qualifiziert ist.

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