Riesen besiegen Ulm im Derby Marcos Knight trumpft bei seiner Rückkehr auf

Von Michael Bosch 

Erst in dieser Woche ist Marcos Knight zu den MHP Riesen Ludwigsburg gestoßen. Im Derby gegen Ratiopharm Ulm spielt der 30-Jährige, als wäre er von Saisonbeginn an dabei gewesen.

Marcos Knight, hier im Duell mit Zoran Dragic, steuerte 24 Punkte zum Derbysieg gegen Ulm bei. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Marcos Knight, hier im Duell mit Zoran Dragic, steuerte 24 Punkte zum Derbysieg gegen Ulm bei. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Ludwigsburg - Die MHP Riesen Ludwigsburg haben in der Basketball-Bundesliga das Derby gegen Ratiopharm Ulm mit 106:75 (56:48) überraschend deutlich gewonnen. Am dritten Saisonsieg der Ludwigsburger hatte einer großen Anteil, den viele Fans schon kennen, für die meisten seiner Teamkollegen ist er aber ein ganz neues Gesicht: Marcos Knight.

Die Riesen hatten den US-Amerikaner, der bereits in der vergangenen Saison mit 18,8 Punkten im Schnitt eine wichtige Säule der Mannschaft war, erst unter der Woche nachverpflichtet. Am Donnerstag landete er in Frankfurt, am Sonntag stand er dann direkt auf dem Parkett. Große Eingewöhnungszeit brauchte der 30-Jährige nicht: 24 Punkte in nicht einmal 18 Minuten steuerte er zum Sieg bei.

„Es ist toll wieder hier zu sein“, sagte Knight nach dem Spiel. „Ich war selbst überrascht, wie fit er hier ankam“, lobte Riesen-Coach John Patrick. Das zeuge von einer professionellen Einstellung. Übertrumpft wurde Knight vor 3670 Zuschauern in der MHP-Arena am Sonntagnachmittag nur von Khadeen Carrington (27). Der Aufbauspieler traf traumwandlerisch sicher aus der Distanz, verwandelte sechs seiner acht Dreipunktewürfe. Überhaupt verließen sich die Riesen wieder einmal auf ihr sicheres Händchen (14 Treffer bei 31 Wurfversuchen) von jenseits der 6,75-Meter-Linie.

Ulm leistet sich zu viel Ballverluste

Nick Weiler-Babb, der sich am vergangen Wochenende in Oldenburg am Knöchel verletzt hatte, stand ebenso wieder im Aufgebot wie Ariel Hukporti. Aber auch der 17-Jährige konnte nichts gegen die drückende Überlegenheit der Gäste unter dem Korb ausrichten. Zumindest in der ersten Halbzeit. Immer wieder kam Ulm da nach Offensivrebounds zu zweiten Chancen. Nach der Pauses waren die Ludwigsburger im Kampf um die Abpraller dann wacher, sodass das Reboundduell nur knapp (37:31) an Ulm ging.

„Bei den Rebounds hat es ein bisschen gefehlt, aber nicht an der Intensität“, sagte Patrick. Immer wieder kam sein Team nach Ballgewinnen (17) zu Punkten. „Wir haben ganz genau gewusst, was uns erwartet. Aber wir haben uns nicht an unseren Plan gehalten“, klagte Ulms Trainer Jaka Lakovic. „Ludwigsburg hat es uns sehr schwer gemacht.“ Ulm rutscht durch die Niederlage auf Rang Zehn ab, die Riesen stehen nach vier Spieltagen auf dem fünften Platz.