Als Dennis Schröder am Donnerstag nach Ludwigsburg kommt, warten hunderte Leute bereits. Der NBA-Star stellt sein Buch vor, gibt Autogramme, und erinnert sich an seine Spiele hier.

Ludwigsburg: Maximilian Kroh (kro)

Der erste in der Reihe steht am Donnerstag um 13 Uhr im Breuningerland. Er heißt Nicolas, ist 14 Jahre alt und ist mit seinem Papa extra von Bitburg nach Ludwigsburg gefahren. Der hat hier einen Geschäftstermin und Nicolas kann am späten Nachmittag sein großes Idol sehen: Basketball-Superstar Dennis Schröder.

 

„Das ist crazy“, sagt der Basketballer, als er vor den Fans sitzt. An die 500 sind gekommen, Schröders Team hat alle Hände voll zu tun, die Ordnung zu bewahren. „Es ist nicht selbstverständlich. Wir versuchen der Community, den Kindern etwas Gutes zu tun. Und die zeigen auf jeden Fall Liebe.“

Bei der Basketball-EM ist Deutschland Favorit

Schröder ist am Donnerstag auf einer Mission, in doppelter Hinsicht. Er kommt direkt aus München vom Training, dort bereiten sich Deutschlands Basketballer gerade auf die Europameisterschaft vor, die ab dem 27. August in Lettland, Finnland, Zypern und Polen stattfindet. Die Deutschen reisen als amtierender Weltmeister an, zählen zum Favoritenkreis auf den Titel.

Es ist ein Hype entstanden im Basketball-Land Deutschland, jeder Nationalspieler ist deshalb auch Botschafter für seinen Sport. Das weiß keiner besser als Kapitän Schröder. Er tritt im Breuningerland freundlich auf, geht geduldig auf jeden Autogrammwunsch ein, hat dabei immer ein Lächeln auf den Lippen.

Hunderte Menschen stehen Schlange für ein Autogramm. Foto: essigfoto.de

Gleichzeitig geht es für Schröder darum, sein neues Buch zu promoten. „Wir Jungs vom Prinzenpark“ heißt es, es ist seine Biographie, die speziell für Kinder geschrieben ist. „Wir haben auch drei Kinder, denen lesen wir abends gerne etwas vor“, sagt Schröder. Kindgerecht sollte das Buch deshalb sein, nicht einfach eine Geschichte seines Lebenswerks.

Dennis Schröder: „Mein Werdegang könnte Kinder inspirieren“

Deshalb geht es im Buch zwar um seine Karriere und deren Anfänge im Braunschweiger Prinzenpark, unterlegt ist das alles von Comic-Zeichnungen, Streetart-Illustrationen und einfacher Sprache. „Meine Frau hat mir gesagt: Dein Werdegang könnte Kinder inspirieren, könnte die Vision von Kindern erweitern“, erklärt der Basketballer. „Wir haben das gemacht, um den Leuten zu zeigen: Egal, was man im Kopf hat oder was das Ziel ist, man kann es erreichen.“

Seit 2013 spielt Schröder in der NBA, steht derzeit bei den Sacramento Kings unter Vertrag. Drei Jahre lang stand er davor für die Bundesliga-Basketballer aus Braunschweig auf dem Court, deren Besitzer er mittlerweile ist. „Ludwigsburg war immer hart, ein harter Gegner. Man wusste, dass sie sehr aggressiv sind, vor allem in der Defensive“, erinnert er sich an seine Spiele gegen die Mannschaft, die damals zunächst „EnBW Ludwigsburg“ und dann „Neckar Riesen Ludwigsburg“ hieß. „In Braunschweig haben wir jetzt auch dieses wild, jung, hungrig. Wir wollen so physisch spielen, wie Ludwigsburg damals.“

Bei der Europameisterschaft geht es für Schröder und die deutsche Nationalmannschaft im ersten Spiel gegen Montenegro, in der NBA hat er zuletzt einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Für die Zeit danach hat er schon einen klaren Plan, es soll zurückgehen in die Bundesliga: „Ihr seht mich auf jeden Fall noch mal im Braunschweiger Trikot gegen Ludwigsburg spielen.“