Riesenradfahrt über Stuttgart Jugendrätin: „Stuttgart tut viel für unsere Sicherheit“

Laura Eckard will andere Jugendliche dazu bewegen, sich für Politik zu interessieren – und wählen zu gehen. Foto:  

Ist das Stuttgarter Nachtleben für junge Frauen gefährlich? Jugendrätin Laura Eckard findet vor allem einen Ort unangenehm. Bei einer Riesenradfahrt blickt sie auf das Jahr 2026.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Man kann schon nachdenklich werden, wenn man auf dem Schlossplatz das Riesenrad vor dem Nachthimmel leuchtend aufragen sieht: Wieder dreht es seine Runden. Wieder ist der Jahreskreislauf abgeschlossen, hat die Erde die Sonne einmal umrundet. Von oben hat man eine herrliche Aussicht – taugt diese Perspektive auch für einen Rückblick und einen Ausblick? Wir drehen „Eine Runde über Stuttgart“ und solange das Riesenrad sich dreht, erfahren wir, was die Jugendrätin Laura Eckard aus Stuttgart-West bewegt.

 

Laura will begeistern: Ihre Alterskameradinnen und -kameraden für Demokratie, Politik und Wahlen. Ein Demokratiefest feiert der Jugendrat West schon im Januar. Denn die jungen Leute wollen, dass so viele wie möglich, die mit 16 Jahren in Baden-Württemberg zum ersten Mal wählen dürfen, wenn im März Landtagswahl ist. „Ich will, dass unsere Stimmen gehört werden“, sagt die Jugendliche, darum habe sie im Westen für den Jugendrat kandidiert.

Hoch über dem Schlossplatz: ein perfekter Ort für einen Ausblick ins Neue Jahr. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Es geht aber natürlich nicht nur um die große Politik, wenn die jungen Frauen und Männer des Jugendrats zusammenkommen. Laura bilanziert in ihrer ersten Amtszeit auch, dass es dem Gremium gelungen ist, trotz angespannter Haushaltslage Dinge für die jungen Leute in der Stadt retten zu können. „Wir mussten als Jugendliche schauen, dass unsere Sachen nicht alle herausgestrichen werden. So zum Beispiel der Kulturpass. „Er wurde zwar halbiert, von 100 auf 50 Euro reduziert, aber es gibt ihn noch – und es ist natürlich besser als gar nichts.“ Mit dem Kulturpass soll Jugendlichen von 16 Jahren an der Zugang zu Kulturveranstaltungen ermöglicht werden. Allzu schmerzhaft schätzt sie die finanziellen Einschnitte im Bereich der Jugendlichen noch nicht ein, auch wenn es sie nachdenklich stimmt, dass Schulsanierungen nicht mehr durchgezogen werden können.

Weiterhin hoffe der Jugendrat auch, dass kleine Maßnahmen, die jungen Menschen das Leben erleichtern, möglich werden und bleiben. „Meine Schule, das St.-Agnes-Gymnasium, ist da vorbildlich: Bei uns gibt es Hygieneprodukte, die bereitliegen. Das wollen wir für alle Schulen erreichen.“ Das werde immer wieder nachgefragt, ein Antrag an die Stadt ist bereits gestellt. Auch das Thema Nachhaltigkeit hat sich der Jugendrat auf die Fahnen geschrieben; man werde wieder eine Kleidertauschbörse organisieren. „Da können alle aussortierte Sachen mitbringen und schauen, was ihnen von anderen gefällt – und so den Müll reduzieren“, erläutert die Gymnasiastin.

Die Sicherheit in der Stadt ist ebenfalls ein Thema für die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendlichen. „Ich höre das immer wieder, dass man samstagabends in der Stadt schon vorsichtig sein muss“, sagt Laura. Allerdings kenne sie keine „schlimmen Geschichten“ von Angriffen. Von unangenehmen Begegnungen, wenn Männer jungen Frauen hinterher pfeifen und Telefonnummern wollen, weiß sie aber zu berichten. Nicht der Schlossplatz und die Königstraße sind ihrer Meinung nach die Problemzone Nummer eins: „Eher am Hauptbahnhof – aber das ist ja in fast allen Großstädten so.“

Insgesamt bewertet die Jugendrätin die Sicherheit in Stuttgart dennoch als gut. Dazu zählt für sie auch die Wasenboje als Anlaufstelle auf dem Festgelände in Bad Cannstatt. „Das ist eine große Hilfe, da fühlt man sich sicher und gut aufgehoben.“ Insgesamt werde in Stuttgart „Viel getan, damit wir Frauen uns wohlfühlen.“

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