Ringen-Regionalliga SG Weilimdorf vor dem Saisonstart: Ein Kreuzbandriss dämpft die Erwartungen
Bei den Ringern der SG Weilimdorf muss ein Zugang verletzungsbedingt passen, dafür geht der bisherige Liga-Dominator erneut auf die Matte.
Bei den Ringern der SG Weilimdorf muss ein Zugang verletzungsbedingt passen, dafür geht der bisherige Liga-Dominator erneut auf die Matte.
Ein Glück, dass sich die Ringer der SG Weilimdorf gut mit ihren tennisspielenden Vereinskollegen verstehen. Letztere haben den Griffexperten sozusagen Asyl gewährt, nämlich ihre Tennishalle für Trainingszwecke zur Verfügung gestellt. Grund: Die eigentliche Trainingshalle der Wolfbuschschule ist nach einem Brand nicht benutzbar – immer noch nicht. Das Feuer wütete dort bereits im Juni 2024, die „Sanierungsarbeiten sollten eigentlich schon abgeschlossen sein“, sagt Markus Laible, sportlicher Leiter der Weilimdorfer Ringer und selbst noch aktiv.
Der neue Wiedereröffnungstermin soll nun nach den Sommerferien sein. Und wenn nicht? Bis zum 1. Oktober könne man problemlos in der Tennishalle trainieren, solange das Spielen mit der Filzkugel im Freien noch möglich ist, weiß Laible. Ihm bereiten aber weniger die Trainingseinheiten der Aktiven Sorgen – die können auch spät in den Abendstunden zu den Tennisspielern -, vielmehr die des Nachwuchses. Denn: „Bei uns ist im Kinder- und Jugendbereich nahezu an jedem Tag Betrieb, dazu benötigen wir unsere eigentliche Trainingshalle dringend.“
Die Aktiven indes fanden in der Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison – mittlerweile die dritte für die „Wölfe“, wie sich die Weilimdorfer selbst nennen – gute Bedingungen auf dem fremden Terrain vor. Aufgrund zahlreicher Sonnentage konnten sie ihre Matten auf dem Tennishallenboden liegen lassen und sich voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren. Dabei gab es frühzeitig einen herben Dämpfer. Jason Partenheimer (75 Kilogramm), den die Nord-Stuttgarter bereits im Januar verpflichtetet hatten, zog sich eine schwere Verletzung zu. Genauer gesagt: einen Kreuzbandriss. Das bedeutet für den Neuzugang vom Zweiligisten VfL Bad Kreuznach das Saisonaus, bevor diese überhaupt begonnen hat. Eine Verletzung mit großer Tragweite, die auch eine Korrektur des Saisonziels nach sich zieht.
„Ich denke, mit Jason hätten wir ganz vorne mitmischen können, nun ist ab Platz drei alles möglich“, konstatiert Laible. Das Meisterrennen machen aus seiner Sicht der Aufsteiger Freiburg und der Lokalrivale KSV Musberg unter sich aus. „Beide sind sehr variabel und in den einzelnen Gewichtsklassen doppelt stark aufgestellt“, sagt Laible. Und dahinter? Da könne gegen jedes Team gewonnen aber auch verloren werden . So heißt das primäre, vorsichtig formuliert Ziel bei den Wölfen „Klassenverbleib“.
Daran zweifelt in der Abteilung freilich keiner. Auch deshalb, weil es zwar Veränderungen im Team gibt, die Qualität durch die Zugänge aber „ähnlich geblieben ist“, so der sportliche Leiter. Adam Pohilec ringt nun für den AC Röhlingen, Balazs Racs für den TV Traunstein. Die Abgänge beider Ungarn seien zu verkraften, zumal in ihrem Landsmann Krisztian Gabor Angyal (TV Geiselhöring/Regionalliga Bayern), der in der Hinrunde für die 98-Kilogramm-Klasse eingeplant ist, ein guter Akteur gekommen sei. In der Rückrunde nimmt die Kontingentstelle dann ein weiter Ungar ein: Karoly Barath, der in der Vorsaison sechs seiner sieben Kämpfe gewann.
Zwei Ausländer dürfen nur starten. Eine dieser Stellen gehört weiterhin Csaba Vida, dem Ligabesten der vergangenen Regionalliga-Runde. Alle seine 15 Kämpfe beendete er siegreich, und zwar stets mit der vollen Ausbeute von vier Punkten. Seit 2019 ringt Vida für die SG Weilimdorf und hat in diesem Zeitraum keinen einzigen Kampf für seinen Verein verloren. In der Hinrunde wird der Freistilexperte in der Klasse bis 80 Kilogramm Körpergewicht eingesetzt, in der Rückrunde ist er für die 86er-Kategorie vorgesehen. Sowieso kommt laut Laible der Wechsel der Klassen zur Halbzeit den Weilimdorfern entgegen. Deshalb stuft er die Chancen auf einen Sieg im Rückkampf gegen den Lokalrivalen KSV Musberg, den Auftaktgegner an diesem Samstag (auswärts, 19.30 Uhr), höher ein. Auch, „weil wir zum Derby aus verschiedenen Gründen nicht voll antreten können“. Wer konkret fehlt, will Laible vorab nicht verraten.
Zugänge: Jason Partenheimer (VfL Bad Kreuznach), Krisztian Gabor Angyal (TV Geiselhöring), Vadim Singer (eigene Jugend).
Abgänge: Hikmet Akyol (Ringertrainer KSV Unterelchingen), Adan Pohilec (AC Röhlingen), Balazs Racz (TV Traunstein).
Kader: 57/61 kg: Karoly Barath, Aren Dzulakian, Luca Moosmann, Vadim Singer; 61 kg: Yannik Hanke; 66/ 71 kg: Felix Bohn, Konrad Buchholz, Paul Laible; 71 kg: Hugo Wahl; 71/75 kg: Florian Bohn, Jan Renaux; 75 kg: Jason Partenheimer, Ion Plamadeala; 75/ 80/86 kg: Moritz Wahl; 80/86 kg: Lukas Laible; 80/ 86/98 kg: Anton Buchholz, Csaba Vida; 98/130 kg: Paul Wahl, Krisztian Gabor Angyal, Markus Laible; 130 kg: Max Hubl, Artur Rohleder.
Trainer: Kemal Demir (seit 2009) und Behar Rohleder (seit 2014).
Wettkampfstätte: Lindenbachhalle (Solitudestraße 243, 70499 Stuttgart).
Saisonziel: Klassenverbleib (Platzierung in der vergangenen Saison: 4.).
Meistertipp: ASV 1885 Freiburg, KSV Musberg.