Ringen: SG Weilimdorf Schockmoment und ein Kampf auf Messers Schneide

Starker Auftritt: der Weilimdorfer Youngster Paul Laible. Foto: Günter Bergmann

Die SG Weilimdorf und der KSV Hofstetten liefern sich ein ebenso packendes wie hochemotionales Regionalliga-Duell – mit dem besseren Ende für die Gastgeber, von denen ein Akteur sogar einen Nationalringer bezwingt.

Sie hätten es auf die Eintrittskarten drucken können: „Spannung garantiert“. Denn auch am fünften Kampftag in der Regionalliga Baden-Württemberg haben die Ringer der SG Weilimdorf drei Dinge klar gemacht. Erstens: Es wird auf alle Fälle knapp. Zweitens: Es kommt anders, als man plant. Was der Mannschaft des Trainer-Duos Kemal Demir/Behar Rohleder aber drittens erst einmal völlig egal sein kann, denn der Liga-Neuling aus dem Stuttgarter Norden hat ein hochdramatisches und hochemotionales Duell mit dem bis dahin punktgleichen KSV Hofstetten nach starker Aufholjagd mit 14:13 gewonnen – wie schon den Vergleich mit dem KSV Tennenbronn eine Woche zuvor.

 

„Wir haben in beiden Kämpfen das Maximum rausgeholt“, urteilt Markus Laible, der sportlicher Leiter der Weilimdorfer. „Das hätten in beiden Kämpfen auch null Punkte für uns sein können.“ Dabei hatte seine Mannschaft aktuell einen frühen Schockmoment: Gleich bei der ersten Aktion seines Gegners knallte Ahmed Kabal mit dem Kopf auf die Matte und blieb bewusstlos liegen. Doch der 61-Kilogramm-Mann, stilartfremd im Griechisch-römisch aufgeboten, berappelte sich wieder, ehe er knapp gegen Lukas Benzing verlor. Dennoch wurde er zu einem der Väter des Erfolgs. „Wir haben damit gerechnet, dass er mehr Punkte abgibt“, sagt Markus Laible. Was übrigens auch für Hikmet Akyol galt, der nur mit 8:9 Zählern unterlag – und für Felix Bohn, der nur eine „Drei“ statt der erwarteten „Vier“ seines Kontrahenten zuließ.

Laible-Sieg gegen Nationalringer

Die bemerkenswertesten Ergebnisse trugen freilich zwei andere bei: Paul Laible hatte in dem deutschen Juniorenmeister, Nationalkader-Athleten und EM-Fünften Dario Dittrich eine ganz harte Nuss zu knacken – was er aber mit einer Vier-Punkte-Wertung wenige Sekunden vor dem Kampfende auf hervorragende Art tat. Und dann war da noch Alexander Zentgraf, der beim Stand von 13:13 mit seinem 2:0-Punktsieg über Jan Allgaier am Ende den dritten Saisonerfolg der Weilimdorfer perfekt machte.

Außer Laible und Zentgraf gewannen auch noch Yannik Hanke, Csaba Vida und Ion Plamadeala (alle nach technischer Überlegenheit) ihre Kämpfe für die Gastgeber – womit zur Nebensache geriet, dass ein weiterer eigentlicher Leistungsträger diesmal leer ausging. Alexej Nagorniy landete gegen Julian Neumaier nach einer 5:1-Führung auf den Schultern.

Sprung auf Platz zwei

Mit dem Endergebnis bleibt die SG Weilimdorf zuhause ungeschlagen und schiebt sich in der Tabelle hinter den Titelanwärter KSV Ketsch auf Platz zwei – was aber noch nicht viel heißt. Gemessen an den Minuspunkten trennen den Spitzenreiter gerade einmal drei Zähler von Rang sieben. „Ich habe keine Ahnung, wo die Reise für uns noch hinführt“, sagt Markus Laible, bezogen aufs Klassement.

Bezogen aufs Aufgabenprogramm ist derweil klar: Als Nächstes geht es am kommenden Samstag (20 Uhr) tief ins Südbadische zum Vorletzten RG Hausen-Zell.

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