Ringen: SV Fellbach Bundestrainer sieht bei Kevin Karl Defizite in der Physis
Bei den Ringer-Europameisterschaften in seiner neuen Altersklasse U20 bleibt Kevin Karl die Medaille verwehrt.
Bei den Ringer-Europameisterschaften in seiner neuen Altersklasse U20 bleibt Kevin Karl die Medaille verwehrt.
Tariel Shavadze, der Cheftrainer der im SV Fellbach versammelten Ringer, kommt derzeit in Europa gut herum. „Unser Verein hatte vier Teilnehmer bei Europameisterschaften und bei allen war ich dabei“, sagt der 55-Jährige. Nachdem er anlässlich der EM-Starts seiner Töchter Lisa und Maia kürzlich zweimal in einer Doppelrolle als Heimtrainer und Vater gefordert war, galt nun seine alleinige Aufmerksamkeit dem wohl besten Fellbacher Kevin Karl.
Im italienischen Caorle fanden bis zum Wochenende die kontinentalen Meisterschaften der Altersklasse U20 statt. Unter den lediglich sieben nominierten Spezialisten für die Stilart griechisch-römisch hatte Nachwuchs-Bundestrainer Christian Fetzer auch Kevin Karl eingereiht, der in der Klasse bis 67 Kilogramm Neunter wurde. Für den 18-Jährigen vom SV Fellbach war es der vierte Auftritt bei Europameisterschaften, jedoch die Premiere in der U20. Schon früh hatte sich abgezeichnet, dass Kevin Karl harte Kämpfe bevorstehen würden: „Ich hatte ein schlechtes Los“, sagt der Ringer. In der Tat waren in seinem Pool die amtierenden Europameister der U17 und U23 versammelt.
Mit dem ersten von ihnen, Vladyslav Pokotylo, dem aus der Ukraine stammenden EM-Titelträger der U17 und amtierenden U-17-Vizeweltmeister, musste sich Kevin Karl gleich zum Auftakt auseinandersetzen. Nachdem der Ukrainer schon in der ersten Minuten eine Vier-Punkte-Wertung erzielt hatte, arbeitete sich Kevin Karl auf 3:5 heran. Als Vladyslav Pokotylo in die Bodenlage musste, konnte ihn der SVF-Athlet ausheben, schaffte jedoch nicht den zum Sieg erforderlichen Wurf. Da der Ukrainer später ins Finale einzog, kämpfte Kevin Karl anschließend in der Hoffnungsrunde. Den Tschechen Zdenek Kubala besiegte der Fellbacher technisch überlegen mit 9:1. Anschließend traf er auf den amtierenden U-23-Europameister Anri Khozrevanidze aus Georgien, der mit 9:0 siegte und sich die Bronzemedaille sicherte. „Kevin ist ein technisch sehr gut ausgebildeter Ringer“, sagte Christian Fetzer. Allerdings zeigten sich nach Ansicht des Bundestrainers speziell in diesem Kampf seine Nachteile im physischen Bereich.
Ob Kevin Karl auch bei den vom 17. August an im bulgarischen Samokov ausgetragenen U-20-Weltmeisterschaften starten darf, ist derzeit völlig offen, zumal der Deutsche Ringer-Bund wie auch bereits bei diesen Europameisterschaften nicht alle Gewichtsklassen besetzen wird. „Die Entscheidung wird in den nächsten zwei bis drei Wochen fallen“, sagt Christian Fetzer, der Kevin Karl auch aus seiner Zeit als württembergischer Landestrainer kennt. Auf jeden Fall aber wird der mit einem Einzelstartrecht für den SVF ausgestattete Vorzeigeringer für den ASV Schorndorf vom 27. September an in der Ersten Bundesliga auflaufen.