Ringer in Musberg Anonymer Hinweis zu Hühnerstall

Von  

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hatte 2015 einen neuen Trainingsraum für den dreifachen Weltmeister Frank Stäbler genehmigt. Nun gibt es eine Anzeige, weil im ehemaligen Hühnerstall der Familie in Musberg angeblich viel mehr stattfände.

Kuhstall, Hühnerstall – bei den Stäblers wurde und wird kräftig umgebaut fürs Training des Weltmeisters Frank Stäbler. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Kuhstall, Hühnerstall – bei den Stäblers wurde und wird kräftig umgebaut fürs Training des Weltmeisters Frank Stäbler. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Musberg - Trainieren die Musberger Ringer jetzt unerlaubterweise im alten Hühnerstall der Stäblers? Bei der Stadt Leinfelden-Echterdingen ist eine anonyme Beschwerde in dieser Sache eingegangen, eine Beschwerde, die als Anzeige zu werten sei, wie die Baubürgermeisterin Eva Noller auf Nachfrage unserer Zeitung sagt. Die Stadtverwaltung werde deshalb nun das Gespräch mit dem Eigentümer des Hofes in Musberg suchen; das ist Theo Stäbler, der Vater des Dreifachweltmeisters Frank Stäbler.

Noller sagt, die Stadt habe 2015 einen Trainingsraum für Frank Stäbler im alten Hühnerstall genehmigt. Der Raum sei 175 Quadratmeter groß. Man sah damals keine „Beeinträchtigungen der öffentlichen Belange“, sagt Noller. Beispielsweise durch Verkehr. Sollte allerdings weit mehr im ehemaligen Hühnerstall stattfinden, wäre dies laut Noller unzulässig. Die Stadt müsse dem nun nachgehen, zumal es auch Nachfragen aus den Reihen des Gemeinderats dazu gegeben habe.

Das mit der Anzeige sei ihnen neu

Michaela Stäbler, die Frau von Theo Stäbler, sagt, sie wüssten bisher nichts von einer Anzeige gegen sie. Der Trainingsraum befinde sich übrigens gerade im Bau. Und auch Andreas Stäbler, der Vorsitzende des Kraftsportvereins (KSV) Musberg, ist erstaunt über die Anfrage unserer Zeitung, das mit der Anzeige sei ihm neu. Der Ringer-Kindergarten trainiere nicht im Hühnerstall, sondern im umgebauten Kuhstall der Stäblers. Und die Erwachsenen gingen sowohl in den Kuhstall als auch zu befreundeten Vereinen in der Umgebung, „dort wo sie eben einen Trainingspartner finden“, sagt Andreas Stäbler. Meist regele sich das über eine Whatsapp-Gruppe.

Auch wenn das eher nach einem verstreuten Verein klingt als nach etwas Konstantem, so sagt er: „Wir sind froh, dass wir gerade in Ruhe gelassen werden.“ Bereits bei der Willkommensfeier für Frank Stäbler vor Kurzem hatten sich die Ringer optimistisch gezeigt, was ihre Trainingsmöglichkeiten anbelangt. Aber rausrücken mit der Sprache, was das genau bedeutet, will zurzeit noch keiner. Man hüllt sich in Schweigen.

An ihrem früheren Trainingsort – dem Ringerraum in der städtischen Halle – waren die Musberger Ringer derweil schon länger nicht mehr gesehen. Der Raum steht seit einiger Zeit leer, was auch der TSV-Vorsitzende und der Mann mit der Schlüsselgewalt, Joachim Beckmann, kürzlich bestätigt hatte. Der Raum müsse nun zunächst grundgereinigt werden.

Die Filderer haben sich nach dem Ringerraum erkundigt

Mit leeren Trainingsräumen können Vereine, die in der Stadt Leinfelden-Echterdingen keinen Platz für sich finden können, wenig anfangen. Markus Schumann zum Beispiel hat an die Stadt geschrieben und sich nach dem leer stehenden Ringerraum erkundigt. Als Auskunft hat der Präsident der Filderer daraufhin erfahren, dass der Raum gereinigt und dann anderweitig vergeben werde. Ihm wolle es trotzdem nicht in den Kopf, dass über Monate ein Trainingsraum leer stehe, seine Filderer aber nach Steinenbronn ausweichen müssten. Dass wenigstens das geklappt habe, dafür sei man sehr dankbar. „Ohne die Hilfe von Steinenbronn wären wir nie so erfolgreich“, sagt Schumann. Die Filderer stellen drei deutsche Meister im karnevalistischen Tanzsport. Für den Raum in Steinenbronn zahlen sie laut Schumann rund 6000 Euro im Jahr.

Dass der Ringerraum so lang leer steht, ist auch Stadträten ein Dorn im Auge. Zumal so lange darum gestritten wurde. Zur Erinnerung: Der TSV Musberg hatte den KSV vor die Tür gesetzt, nachdem ihm die Stadt die Schlüsselgewalt übertragen hatte. Die Stadt versuchte dann in der Folge zwar, nachzujustieren, weil der Aufschrei riesig war. Doch es wollte keine Ruhe mehr einkehren in dem Konflikt.




Unsere Empfehlung für Sie