Ringer-Regionalliga Weilimdorfer Risiko: der Matchwinner kommt aus dem Krankenhaus

Nach zehnwöchiger Verletzungspause prompt der Weilimdorfer Mann des Tages: Lukas Laible (links). Foto: Archiv Günter Bergmann

Für die SG Weilimdorf macht sich gegen den Titelfavoriten ein Wagnis bei der Aufstellung bezahlt. Schlechter läuft es für den KSV Musberg, dem am Ende wohl nur ein, zwei Sekunden fehlen.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Zweimal Samstagabend-Krimi, zweimal Nervenkitzel bis zur letzten Mattenaktion. So weit die aktuellen Gemeinsamkeiten für die beiden Ringermannschaften aus Stuttgart und von den Fildern in der Regionalliga. Die finale Gemütslage stellte sich dann allerdings recht gegensätzlich dar: Während der amtierende Meister SG Weilimdorf mit einem 16:14 ausgerechnet gegen den Titelfavoriten KSV Ketsch seinen ersten Saisonsieg feierte, musste der Aufsteiger KSV Musberg in Hofstetten eine bittere 15:16-Niederlage hinnehmen und belegt im dicht gedrängelten Starterfeld nun den letzten Tabellenplatz.

 

Immerhin: Heißen mag das noch nicht viel, trennen den Ersten vom Neunten nach drei Kampftagen doch gerade einmal zwei Punkte. Was wie eine Floskel klingt, scheint sich schon jetzt, in der Frühphase der Saison, erneut zu bestätigen: „Die Liga ist unberechenbar. Eigentlich kann jeder jeden schlagen“, sagt Markus Laible, sportlicher Leiter in Weilimdorf. Umso mehr, wenn taktische Überlegungen so aufgehen wie aktuell beim eigenen Team.

Nachdem feststeht, dass der Leistungsträger Ion Plamadeala wegen eines beim Hobbykick erlittenen Kreuzbandrisses für die komplette Runde ausfällt, gingen die Gastgeber „ins Risiko“, wie Laible es nennt. Als Ersatz lief in der 75-Kilogramm-Klasse sein Sohn Lukas auf, bis gerade eben noch selbst unter den Lädierten. Er hat nach einem Syndesmoseriss eine zehnwöchige Pause hinter sich. Das Bauchgrimmen ob eines womöglich zu frühen Comebacks wischte der 21-Jährige allerdings eindrucksvoll beiseite. Mit einem Schultersieg im für ihn obendrein ungewohnten freien Stil avancierte er zum Matchwinner.

„Der Knackpunkt des Abends“, konstatiert Laible senior. Abschließend machte Moritz Wahl, Neuzugang aus Fellbach, den Heimerfolg perfekt. Zuvor hatten bereits die beiden ungarischen Asse Karoly Barath und Csaba Vida sowie Laibles zweiter Filius, Paul, gepunktet. Letzterer rang den Ex-Weilimdorfer Ahmet Kabal mit 4:1 nieder.

In Musberg lassen zwei Begebenheiten hadern

Kein Happy End derweil für den KSV Musberg. Beim Filderclub ließen im Hofstettener Hexenkessel vor allem zwei Begebenheiten hadern: Erst führte der Auftritt von Yousif Al Nisani ins Krankenhaus – der 98-Kilogramm-Mann musste mit Verdacht auf einen Bänderriss im Knie aufgeben. Dann fehlten Adrian Moise wohl lediglich ein, zwei Sekunden zum erhofften Schultersieg. Der Schlussgong rettete seinen Gegner Marius Allgaier aus einer misslichen Lage. Er gab somit nur zwei statt vier Punkten ab. Punkte, die den Musbergern letztlich entscheidend fehlten.

Außer Moise gewannen für den Aufsteiger Cornel Predoiu, Leonid Moroz, Stefan Coman und Yannick Stäbler ihre Kämpfe. Am Wochenende zuvor hatten sich die Musberger noch überraschend im Derby gegen die SG Weilimdorf behauptet.

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