Ringerstreit in Musberg KSV will den Ausschluss nicht hinnehmen

Zeitweilig hat Weltmeister Frank Stäbler im elterlichen Stall trainiert. Auf Dauer will sich der KSV aber nicht aus den Trainingsräumen aussperren lassen. Foto: dpa
Zeitweilig hat Weltmeister Frank Stäbler im elterlichen Stall trainiert. Auf Dauer will sich der KSV aber nicht aus den Trainingsräumen aussperren lassen. Foto: dpa

Die Ringer organisieren ihr Training anderweitig. Beendet ist der Musberger Ringerstreit aber nicht.

Filderzeitung: Rebecca Anna Fritzsche (fri)
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Musberg - Der KSV Musberg will den Ausschluss aus den Trainingsräumen nicht hinnehmen. Bei einer Versammlung am Samstagabend haben die anwesenden Mitglieder darüber gesprochen, wie es nun weitergehen soll. Viel Zustimmung bekam der Vorsitzende Andreas Stäbler, als er sagte: „Jetzt gehen wir in die Offensive.“ Damit meint er die Öffentlichkeit, denn nach Ansicht des KSV sei die andere Seite im Ringerstreit stets präsenter in der Öffentlichkeit gewesen.

Die andere Seite, das ist der TSV Musberg mit seinem Vorsitzenden Joachim Beckmann. Zwischen TSV und KSV gibt es seit Jahren Streit, über Finanzen, über den Umgang miteinander. Aktuell geht es darum, dass der TSV die Ringer des KSV aus ihren Trainingsräumen aussperrt. Die Räume gehören der Stadt, die Schlüsselgewalt liegt beim TSV. Die Rathausspitze hat in der vergangenen Woche entschieden, dass das Trainingsverbot bestehen bleibt.

Der KSV erwägt rechtliche Schritte

Für den KSV ist die Sache aber noch lange nicht erledigt. Man erkundige sich derzeit bei einem Anwalt, ob rechtliche Schritte möglich sind, sagte Andreas Stäbler am Samstag. „Das wollte ich nie machen, aber jetzt geht es nicht anders.“ Außerdem möchte der Verein in größerem Umfang als bisher auf die Fraktionen im Gemeinderat zugehen. „Wir müssen mehr Lobbyarbeit machen“, sagt Michaela Stäbler, die beim KSV die Stabsstelle innehat und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, „und zwar wir alle. Jeder von uns kennt jemanden aus den Parteien“. Beim Verein herrscht die Meinung, dass die Stadt den KSV auflösen und in den TSV integrieren wolle. „Von uns muss ein Signal kommen, dass das nie passieren wird“, so Michaela Stäbler.

Diesen Vorwurf weist Oberbürgermeister Roland Klenk weit von sich. „Das sind wilde Spekulationen“, sagt er. „Der KSV respektiert die Entscheidung des Mitgliedervotums nicht, sondern hat dagegen gehandelt.“ Jetzt habe die Stadt eine Entscheidung getroffen, nachdem die beiden Vereine es nicht geschafft hatten, sich irgendwie zu einigen, „und jetzt sollen wir die bösen Buben sein. Diesen Schuh lassen wir uns nicht anziehen“, sagt Klenk. Das Mitgliedervotum, auf das sich Klenk bezieht, war eine Abstimmung im vergangenen Juni, bei dem die TSV-Mitglieder entschieden hatten, dass die KSV-Ringer weiter aus den Trainingsräumen ausgesperrt werden sollten. Klenk sagt: „Sowohl Joachim Beckmann wie auch Andreas Stäbler haben zugesichert, dass man sich an das Votum halten werde.“ Der KSV habe dies aber nicht getan.

Andere Trainingsquartiere sind vorläufig gefunden

Die Musberger Ringer haben ihr Training nun anders organisiert. Der Ringernachwuchs kommt in einem Kindergarten unter, die Jugendringer, die bis Mai noch den üblichen Trainingsraum nutzen dürfen, werden zum Teil auf das Sportzentrum Leinfelden ausweichen. Und für die erwachsenen Sportler geht der KSV eine Trainingskooperation mit dem Kraftsportverein Stuttgart mit Sitz in Vaihingen ein, sodass die dortigen Räume genutzt werden können. Für den Ringerweltmeister Frank Stäbler gilt nach wie vor, dass er zweimal pro Woche im Ringerraum trainieren darf.

Der KSV möchte erreichen, dass in der Gemeinderatssitzung im April über die Sache gesprochen wird. Man hofft auf eine Umkehr des Trainingsausschlusses. „Jetzt sind die Qualitäten eines Kämpfers gefordert“, sagte Andreas Stäbler dazu.




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