Eine Kult-Veranstaltung seit 39 Jahren: Am Wochenende 11. und 12. April stellen sechs Winzer in der Merklinger Festhalle ihre neuesten Kreationen vor.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Es ist mehr als ein Geheimtipp: Stets an einem Wochenende nach Ostern steht Weil der Stadt ganz im Zeichen des Weins. Eher ungewöhnlich für eine Gemeinde, in der gar keine Reben wachsen – aber nicht, wenn die Partnerstadt Riquewihr heißt. Das pittoreske französische Städtchen im Elsass verfügt nicht nur über ein mittelalterliches Zentrum, sondern zudem über hervorragende Lagen, wo Trauben für hervorragende Weine gedeihen.

 

Die können am Wochenende 11. und 12. April nicht nur verkostet, sondern auch gekauft werden. Bei den „Riquewihrer Weintagen“ in der Festhalle Merklingen bieten mehrere Winzer aus der Partnerstadt ihre Erzeugnisse an. Von Crémants, der elsässischen Variante des Champagners, bis zu verschiedenen Weiß-, Rot- und Rosé-Weinen. Elsässische Klassiker sind der gehaltvolle Gewürztraminer oder der nicht minder kräftige Muscat.

Schon vor 500 Jahren waren Weine aus Riquewihr ein Hit

Laurence und Philippe Greiner, sie sind seit vielen Jahren Stammwinzer in der Merklinger Festhalle, haben sich zudem auf besonders hochwertige Grand Crus spezialisiert, etwa einen Gewürztraminer der 1a-Lage Sporen. Die Weine von dort wurden schon vor mehr als 500 Jahren gepriesen: „Gegen den Reichenweiher Sporen haben sie alle verloren“, heißt es etwa in einer Schrift aus dem Jahre 1580.

Romantisch schmiegt sich das Städtchen Riquewihr in die Weinberge. Foto: Archiv

Die engen Bande zwischen den mittelalterlichen Städten zu Füßen der Vogesen und des Schwarzwalds bestehen jetzt schon seit 65 Jahren und leben vor allem von etlichen privaten Kontakten. Dass sich die Weine aus der Partnerstadt bei den deutschen Freunden größter Beliebtheit erfreuen, hat schon der frühere Weil der Städter Bürgermeister Thilo Schreiber auf den Punkt gebracht: „Die Winzer aus Riquewihr machen den Wein, und die Leute aus Weil der Stadt und Umgebung kaufen und trinken ihn.“

Nach der Probe kommt der Kauf: Auch Leonberger sind Stammgäste

Tatsächlich kommt die Kundschaft nicht ausschließlich aus der Keplerstadt. Beispielsweise auch aus Leonberg rückt alljährlich ein fester Stamm an, um an den sechs Ständen die neuesten Kreationen zu probieren und später die Autos damit voll zu laden. An die 500 Flaschen bringt jeder der Weinmacher in der Regel mit. Davon bleibt meist nicht viel übrig.

In der Merklinger Festhalle in der Unteren Talstraße 64 wird am Samstag, 11. April, von 14 bis 23.30 Uhr entkorkt, am Sonntag, 12. April, dann von 11 bis 17 Uhr. Wer trinkt, muss auch essen. Um leckere Speisen und Kuchen kümmert sich das Team vom „Kepler-Café“ in Weil der Stadt.