Riva-Verlag Loriots Tochter klagt gegen Biographie

Von dpa 

Susanne von Bülow will eine Biografie über ihren Vater Loriot vom Markt nehmen lassen.

Vicco von Bülow alias Loriot Foto: dapd
Vicco von Bülow alias Loriot Foto: dapd

München/Braunschweig - Die Tochter von Loriot will eine Biografie über ihren Vater vom Markt nehmen lassen. Susanne von Bülow hat am Landgericht Braunschweig Klage gegen den Münchner Riva Verlag eingereicht. Sie fordere nicht nur, das Buch vom Markt zu nehmen, sondern verlange auch Schadenersatz wegen Verstößen gegen das Urheberrecht, wie Riva am Donnerstag in München mitteilte. Der Verlag soll sich demnach verpflichten, keinerlei Zitate mehr von Vicco von Bülow alias Loriot zu verwenden. Susanne von Bülow bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass es einen Rechtsstreit gibt, wollte sich dazu aber nicht weiter äußern.

Bei dem Streit geht es um die Biografie, die der Journalist Dieter Lobenbrett geschrieben hat - nach Verlagsangaben vom vergangenen Jahr „wahrscheinlich Deutschlands größter Loriot-Fan“. Das Buch kam weniger als zwei Wochen nach dem Tod Vicco von Bülows auf den Markt, der am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See gestorben war.

Streit um Zitate

Laut Landgericht Braunschweig liegt die Klage seiner Tochter seit Juni vor. Das schriftliche Vorverfahren sei angeordnet worden, einen Termin für die Verhandlung gebe es noch nicht. Er wisse, dass Zitate verboten werden sollten, sagte ein Sprecher. Zu der Schadenersatzklage konnte er nichts sagen. Nach Verlagsangaben geht es um Zitate aus Loriots Büchern wie „Möpse und Menschen“, um weitere Werksausschnitte und auch um Äußerungen des Humoristen in Interviews.

Nach Ansicht des Verlages ist der Rechtsstreit für die gesamte Buchbranche von großer Bedeutung. „Wenn sie damit durchkommt, könnten Verlage überhaupt keine Biografien mehr veröffentlichen“, sagte Riva-Geschäftsführer Oliver Kuhn. Der Verlag habe die Quellen der Zitate ordnungsgemäß genannt. Nach Angaben einer Verlagssprecherin besteht das Buch zu rund acht Prozent aus Zitaten. Das Angebot, die Zitate gemeinsam durchzugehen und gegebenenfalls einige zu streichen, habe Susanne von Bülow abgelehnt.

Der Verlag will in der Sache nun auch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels zurate ziehen.

 




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