Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Viele Diskrepanzen sollen behoben werden, rät die Expertenkommission, die sich auch für die flächendeckende Einführung von Vorbereitungsklassen in allen Schularten einsetzt. „Die möglichst frühzeitige Integration in die Regelklassen sollte explizites Ziel in allen Ländern sein“, heißt es. Vorbereitungsklassen sollten wie soziale Angebote auch in den Ferien angeboten werden. Schon für die Erstaufnahmeeinrichtungen werden Sprachförderkurse in jeder Altersgruppe empfohlen. Berufsschulen wiederum sollen auch die nicht mehr schulpflichtigen jungen Erwachsenen bis zu 25 Jahren aufnehmen, um sie in das duale System zu integrieren.

Bei ihrer Arbeit geht die Kommission von Prognosen aus, wonach in diesem Jahr 248 000 Kinder und Jugendliche zu integrieren sind – 155 000 im schulpflichtigen Alter zwischen sechs und 16 Jahren sowie 93 000 Kinder mit dem gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz. Dies wäre gemessen an den Gesamtzahlen ein Zuwachs von 1,4 Prozent bei den schulpflichtigen Kindern – und von 3,4 Prozent in den Kitas.

Mängel in der Aus- und Fortbildung der Lehrer

Mit den 21 Ratschlägen deckt die Kommission auch Schwachstellen der Aus- und Fortbildung der Lehrer auf. Empfohlen wird, die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache im Unterricht zu etablieren und in der Ausbildung gesetzlich zu verankern. Aufgezeigt wird neben unzureichenden Fachkompetenzen ein Mangel an Personal, das die Herkunftssprachen beherrscht, und das Fehlen geeigneten Unterrichtsmaterials. Angeregt wird eine bundesweite Datenbank. Darüber hinaus rät die Kommission zum rascheren Hochschulzugang – für die Dauer des Studiums müsse Asylbewerbern mit Bleibeperspektive und Geduldeten der Aufenthalt sicher sein. Bafög solle zügiger gewährt werden.

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