Robert-Bosch-Stiftung Mitarbeiter und Finanzen

Wirtschaft: Harry Pretzlaff (hap)

Die rund 100 Mitarbeiter der Stiftung bearbeiten im Durchschnitt etwa 800 Projekte im Jahr. Im vergangenen Jahr wurden rund 63 Millionen Euro ausgegeben. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die ihren Sitz in der noblen Villa des Firmengründers in der Stuttgarter Heidehofstraße hat, insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. In der Rangliste der größten deutschen Stiftungen privaten Rechts steht sie mit einem Vermögen von 5,2 Milliarden Euro auf Platz eins. Gemessen an den Ausgaben steht sie nach der Volkswagen-Stiftung auf Platz zwei.

Das größte Wachstum verzeichneten in den vergangenen Jahren Projekte zur Förderung der Völkerverständigung, wie Dieter Berg, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stiftung, berichtet. Ein starkes Drittel der Gelder sei im vergangenen Jahr für die Völkerverständigung ausgegeben worden. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat die Stiftung ihren Aktionsradius dabei Zug um Zug ausgeweitet.

Weiter nach Osten

Anfang der siebziger Jahre standen die deutsch-französischen Beziehungen im Mittelpunkt, berichtet Berg, bald kamen die deutsch-polnischen Beziehungen hinzu, Anfang bis Mitte der achtziger Jahre folgten die deutsch-amerikanischen Beziehungen. "Nach dem Fall der Mauer sind wir weiter nach Osten gegangen, vor ein paar Jahren haben wir uns nach Asien bewegt", erläutert der Geschäftsführer.

Die Palette der Projekte in diesem Bereich ist vielfältig. Dazu zählt etwa ein Austauschprogramm für deutsche und französische Nachwuchsjournalisten sowie Stipendien für amerikanische junge Führungskräfte, die Deutschland und Europa aus eigener Anschauung kennenlernen sollen. Zudem organisiert die Stiftung unter anderem regelmäßig Treffen von Chefredakteuren aus China und Deutschland.

Breiter Spielraum

Die Robert-Bosch-Stiftung habe einen breiten Spielraum bei ihren Projekten, "weil unsere Satzung sehr breit angelegt ist", wie Geschäftsführer Berg erläutert. "Es hängt an uns und unseren Mitarbeitern, die Themen zu identifizieren, entsprechende Vorschläge zu machen, und das unserem Kuratorium zu präsentieren." Entscheidend sei, dass es für ein bestimmtes Thema einen Bedarf gebe, und auch der Zeitpunkt richtig sei.

Bisweilen sei die Stiftung auch schon zu früh dran gewesen, so Berg, wie etwa Ende der siebziger Jahre, als man erkennen musste, dass das Thema Integrationsförderung in der Gesellschaft noch nicht richtig angekommen gewesen sei. Weil damals die Resonanz fehlte, seien die Projekte zunächst eingestellt worden. Vor einigen Jahren sei dann jedoch wieder ein Themenschwerpunkt Migration und Integration eingerichtet worden.

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