Robert Feldmaier aus Nürtingen Eine Filmkarriere in Hollywood
Der 27-jährige Robert Feldmaier aus Nürtingen macht in Hollywood Karriere als Schauspieler und Stuntman. Im Interview erklärt er, wie es dazu gekommen ist.
Der 27-jährige Robert Feldmaier aus Nürtingen macht in Hollywood Karriere als Schauspieler und Stuntman. Im Interview erklärt er, wie es dazu gekommen ist.
Der 27-jährige Robert Feldmaier aus Nürtingen-Neckarhausen hat geschafft, wovon viele träumen: Er lebt in den USA und arbeitet im Filmgeschäft. Im Interview erklärt er, was die Pandemie damit zu tun hatte und was es braucht, um in Hollywood zu bestehen.
Herr Feldmaier, Sie haben einen guten Job in der Automobilbranche sausen lassen, um nach Hollywood zu gehen. Haben Ihnen nicht viele Menschen davon abgeraten?
Ja, da gab es ein paar Leute, die skeptisch waren. Doch wie eine von Arnold Schwarzeneggers Regeln lautete, „ignore the naysayers“ (Ignoriere die Neinsager, Anmerkung der Redaktion), so tat ich das auch. Aber im Gegensatz dazu haben mir die Menschen, die mir wichtig sind und nahe stehen, zugesprochen, von meinen Eltern und meiner Familie bis hin zu meinen Freunden und Mentoren. Und das zählt für mich. Selbstverständlich war es keine einfache Entscheidung, die man von einem Tag auf den anderen trifft. Als Christ habe ich mir natürlich Gedanken über alles gemacht und mein Vertrauen in Gott gesetzt. Wenn es nicht hätte sein sollen, dann wäre es auch nicht so gekommen.
Was hat Sie bewogen, das Risiko zu wagen?
Die Politik, die uns alle durch die Pandemie zu Hause eingedämmt hat, spielte eine große Rolle. Ich glaube, in dieser Zeit haben wir uns alle nicht gut gefühlt. Mein Job war sehr gut, wie viele sagen würden. Ich war und bin immer noch sehr dankbar dafür. Vieles wäre um einiges schwieriger gewesen. Aber ich wollte nicht mein ganzes Leben einem Job nachgehen, der mich absolut nicht erfüllt, fordert oder zufriedenstellt. Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht, was mich interessiert und mir Spaß macht und bin dann auf das Filmbusiness gestoßen.
Was war Ihr Einstieg in die Branche?
Ich hatte mich bei einer deutschen Casting-Website angemeldet, um ein paar Erfahrungen zu sammeln, und wurde dann auch gleich eingeladen zu einem Fitting, also einer Kostümprobe. Das verlief sehr gut, und dann hatte ich meine erste kleine Rolle in „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, ein deutscher Kinofilm, von Warner Brothers produziert. Das war dann wirklich sehr interessant für mich, bei dem Dreh dabei zu sein und die ganzen Abläufe zu beobachten.
Viele Menschen träumen vom Filmgeschäft. Ist es wirklich so glamourös? Oder steckt auch viel harter Alltag mit Nebenjobs und endlosen Castings dahinter?
Es gibt auf jeden Fall beide Welten. Ich kenne sehr viele wohlhabende Leute, die einfach in L.A. leben und das Filmemachen als Hobby betrachten, weil sie aus Langeweile und zu viel Geld nicht wissen, wohin damit. Dann gibt es aber auch Menschen, die sich alles hart erarbeiten müssen. Zwei Restaurantjobs, am Wochenende im Gym arbeiten und dann noch Dogsitting oder Nanny. Das ist bei vielen Leuten Standard. Viele gehen dabei auch mental kaputt. Deshalb finde ich, ist es das Wichtigste, dass man Familie und Gott hat. Ohne das geht es schief.
Hand aufs Herz: Wie schwer ist es, sich als Deutscher in der US-Filmbranche zu behaupten?
Ich glaube nicht, dass das etwas mit der Nationalität zu tun hat. Es gibt für alles und jeden eine Rolle oder einen Part, ob starker Akzent oder nicht, ob 1,95 Meter oder 1,65 Meter Körpergröße. Die größte Rolle spielen das Umfeld und das Netzwerk. Es gibt sehr viele talentierte Leute, aber sie haben niemanden, der für sie ein gutes Wort einlegen kann für einen Film oder ein Projekt. Und dann gibt es wieder viele Leute, die im Vergleich dazu komplett talentfrei sind, aber sehr viele Leute kennen und dadurch auch immer wieder Projekte am Start haben. Deshalb finde ich ist es wichtig, dass man von jedem etwas hat. Ein gutes Gesamtpaket.
Mit welchen namhaften Schauspielern haben Sie bereits gearbeitet?
Ich durfte mit Cameron Douglas, Michael Douglas’ Sohn, schon zusammenarbeiten, Matthew Daddario, Luke Wilson, Abigail Breslin, Ryan Philippe, Toni Collette, Alex Pettyfer und dem leider kürzlich verstorbenen Donald Sutherland. Er hatte einen einzigartigen, tollen Humor, und ich denke sehr gerne an die Zeit mit ihm am Filmset zurück.
Was ist Ihr bislang größter Erfolg?
Kürzlich durfte ich nach Lecce in Italien reisen, um dort in einem Film mitzuwirken. Es war für mich das bisher größte Ereignis und auch das spannendste. Die kleinen engen Straßen, das hat mich umgehend an Bond-Filme erinnert. Es sind noch mehrere Dinge geplant dieses Jahr und auch Anfang nächsten Jahres. Das eine geht in Richtung Weltraum, das andere mehr in Richtung Rocky.
Sehnen Sie sich manchmal nach Neckarhausen zurück?
Ich sehne mich immer nach daheim. Meine Familie, meine Eltern, Freunde und so weiter sind mir sehr wichtig. Ich versuche, mindestens dreimal im Jahr oder öfter heimzukommen. Es ist für mich wie ein Ruhepol, wo ich mich wieder sammeln und herunterfahren kann.
Was raten Sie jungen Leuten, die ebenfalls von einer Karriere in Hollywood träumen?
Man sollte wissen, was das Warum hinter dem Gedanken ist. Sind es egoistische Gründe, oder rennt man vor irgendetwas davon? Ich kenne sehr viele Leute, die sich etwas beweisen wollen oder ähnliches. Aber das bringt am Ende alles nichts. Man muss auf jeden Fall ein stabiles Umfeld haben. Bei mir ist das meine Familie. Die Entscheidung sollte sorgfältig und nicht übereilt getroffen werden, und man darf nicht hoffen, dass es jemanden gibt, der auf einen wartet. Man muss die Dinge selbst in die Hand nehmen und ein Ziel verfolgen. Der Rest ist Vertrauen in Gott. Der wird alles richten und in die Wege leiten.
Beruf
Robert Feldmaier ist 27 Jahre alt und lebt seit 2022 in den USA, zurzeit in Santa Monica. Dort arbeitet er als Schauspieler, Stuntman und ist im Bereich Kampfsport tätig. Zuvor hat er die Schauspielschule Michelle Danner Acting Studio absolviert.
Werdegang
Ursprünglich stammt er aus Nürtingen-Neckarhausen, besuchte als Jugendlicher die Neckar-Realschule in Nürtingen, machte danach eine Ausbildung zum Technischen Modellbauer und hat in der Motorenmontage gearbeitet. Seine Eltern leben bis heute in Nürtingen.