Robert Habeck Grüne treten bei nächster Wahl erneut mit Doppelspitze an

Von red/dpa 

„Geteilte Macht ist doppelte Stärke“ – mit diesen Worten kündigt Robert Habeck an, dass die Grünen auch im Fall einer Neuwahl auf Bundesebene mit zwei Spitzenkandidaten antreten werden.

Annalena Baerbock und Robert Habeck Foto: dpa
Annalena Baerbock und Robert Habeck Foto: dpa

Berlin - Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat angekündigt, dass seine Partei auch im Fall einer Neuwahl auf Bundesebene mit zwei Spitzenkandidaten antreten werde. „Geteilte Macht ist doppelte Stärke. So agieren wir, und so werden wir es weiter tun, auf jeden Fall“, sagte Habeck am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Doppelspitze sei auch rückblickend das Erfolgsgeheimnis seiner Partei. „Ein neues Verständnis von Macht bedeutet, im Team zu sein.“

Forderungen nach einer baldigen Ernennung eines grünen Kanzlerkandidaten erteilte Habeck eine Absage. Es sei zwar wichtig, „dass dann vor einer Wahl rechtzeitig mit der Partei Klarheit geschaffen wird. Aber da sind wir ja nicht“, sagte er in der ZDF-Sendung. Man müsse sich jetzt zunächst darauf konzentrieren, konstruktive Oppositionspolitik zu betreiben. „Wir sind mitten in einer Legislaturperiode, die schwierig genug ist.“

Erstmals zweitstärkste Kraft bei einer bundesweiten Wahl

Zuletzt hatte sich der bayerische Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann dafür ausgesprochen, von der doppelten Spitzenkandidatur abzurücken und einen Kanzlerkandidaten zu ernennen. Sollte die Partei zwei gleichberechtigte Spitzenkandidaten ins Rennen schicken, wäre unklar, wer von beiden Kanzler werden soll. Die Parteispitze hat sich zu diesem Problem bislang nicht geäußert.

Die Grünen waren bei der Europawahl erstmals zweitstärkste Kraft bei einer bundesweiten Wahl geworden. Mehrere Meinungsforschungsinstitute führen die Grünen mittlerweile sogar als stärkste Kraft noch vor der Union. In einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ sagten 51 Prozent der Befragten, wenn sie zwischen Habeck und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden könnten, würden sie bei einer Direktwahl des Kanzlers für Habeck votieren.