Robert-Koch-Realschule Stuttgart-Vaihingen Von der Hutmacherin zur Rektorin

Nadia Bescherer-Zeidan ist es wichtig, im Team zu arbeiten. Foto: Alexandra Kratz
Nadia Bescherer-Zeidan ist es wichtig, im Team zu arbeiten. Foto: Alexandra Kratz

Nadia Bescherer-Zeidan führt seit Herbst 2015 die Robert-Koch-Realschule in Stuttgart-Vaihingen. Sie folgt damit auf Fred Binder, der dort mehr als 20 Jahre lang Rektor war.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Vaihingen - Eigentlich wollte Nadia Bescherer-Zeidan Hutmacherin werden. „Ich wollte was Kreatives machen“, sagt die 45-Jährige. Doch Hutmacher war schon damals ein aussterbender Beruf. „Es gab nur ganz wenige Schulen, an denen man das noch lernen konnte“, sagt Bescherer-Zeidan. Also ging sie nach dem Abitur in Esslingen erst einmal für ein Jahr als Au-Pair-Mädchen nach Paris. Ihre Gastfamilie hatte drei Kinder, die zehn, 15 und 17 Jahre alt waren. „Ich war nur für den Zehnjährigen zuständig. Aber ich hatte natürlich mit allen Dreien zu tun“, erinnert sich Bescherer-Zeidan. Dieses Alter habe ihr Spaß gemacht.

In diesem Jahr in Paris sei in ihr der Entschluss gereift, Lehrerin zu werden. Als sie zurück nach Deutschland kam, schrieb sie sich an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg für die Fächer Französisch, Bildende Kunst und Deutsch ein. „Die wichtigsten Fächer überhaupt“, sagt Bescherer-Zeidan und lacht. Mit diesem Spruch ärgere sie auch immer mal wieder ihrer Kollegen, gibt die Lehrerin zu. Seit Schuljahresbeginn ist sie die Rektorin der Robert-Koch-Realschule (RKRS). Zuvor war sie dort ein Jahr lang Konrektorin.

Große Fußstapfen für die neue Rektorin

Bescherer-Zeidan ist in Fred Binders Fußstapfen getreten. Die seien groß, sagt die 45-Jährige. „Herr Binder hörte es nicht gern, aber die Robert Koch war seine Schule“, sagt Bescherer-Zeidan. Er habe sie geprägt und zu dem gemacht, was sie heute sei: nämlich ein Vorreiter in vielen Dingen. Die Schule an der Vischerstraße hat ein ausgeprägtes musisches Profil. Sie ist seit Langem auch Ganztagsschule. Sie kooperiert eng mit der Verbundschule Rohr und lebt so die Inklusion. „Insbesondere das musische Profil hat mich gereizt“, sagt Bescherer-Zeidan. Bevor sie als Konrektorin an die Schule gekommen sei, sei sie Gast bei einem Konzertabend gewesen. „Das war ein Aha-Erlebnis für mich, und ich wusste, dass ich dort unterrichten möchte.“

Seit 20 Jahren ist Bescherer-Zeidan Lehrerin. „Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Für mich ist dieser Beruf nach wie vor einer der schönsten Berufe, den unserer Gesellschaft zu vergeben hat.“ Vor einigen Wochen habe sie als neue Rektorin an der Robert-Koch-Realschule eine Art „Regierungserklärung“ gehalten. „Dazu habe ich ein Plakat gemalt mit einer Sonne und vielen Strichmännchen.“ Die Sonne stehe symbolisch für die RKRS, die eine glänzende Schule sei. Die Strichmännchen seien die vielen Frauen und Männer, die daran arbeiten, dass die RKRS auch in Zukunft als gute Schule strahlen könne.

Der Campus ist der richtige Weg

Als Rektorin wolle sie gestalten. Aber nicht allein, sondern im Team. „Das ist mir wichtig“, sagt Bescherer-Zeidan. Zu diesem Team gehören für sie nicht nur die Lehrer der RKRS, sondern beispielsweise auch die Schulsozialarbeiter und die Kollegen von den umliegenden Schulen.

Der Plan ist, dass die Robert-Koch-Realschule mit der Verbundschule Rohr, dem Hegel-Gymnasium und der Pestalozzischule noch enger zusammenrückt und einen Campus bildet. „Das ist der richtige Weg“, ist Bescherer-Zeidan überzeugt und ergänzt:. „Ich bin eine Praktikerin und mir sicher, dass Türen geöffnet werden, wenn man gemeinsam etwas macht. Die Schulen auf dem künftigen Campus können gemeinsam eine starke Sekundarstufe I bilden. Das ist das Ziel.“




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