Roboter-Olympiade: Leonberger Schüler im Finale „Happy Fruits“ hat die Lebensmittel im Griff

Von Henning Maak 

Drei Unterstufenschüler qualifizieren sich bei der Roboter-Olympiade für das nationale Finale.

So sehen strahlende Sieger aus (von links): Jonas Liebert, Helena Dilger, Lia Hahn. Foto: factum/Bach
So sehen strahlende Sieger aus (von links): Jonas Liebert, Helena Dilger, Lia Hahn. Foto: factum/Bach

Leonberg - Leonbergs Nachwuchs scheint für die computergestützte Zukunft gerüstet. Das legen zumindest die Ergebnisse der Welt-Roboter-Olympiade nahe, bei der fünf Teams von Leonberger Schulen glänzend abgeschnitten haben. Beim Regional-Vorentscheid in Böblingen/Schönaich kamen die Nachwuchs-Bastler in der Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen (Elementary) auf die Plätze eins, drei, vier, sechs und sieben. Das Siegerteam mit Helena Dilger vom Johannes-Kepler-Gymnasium sowie Lia Hahn und Jonas Liebert von der Ostertag-Realschule hat sich sogar für das Deutschlandfinale am 16. und 17. Juni im niederbayerischen Passau qualifiziert.

Roboter muss gebaut und programmiert werden

Die Teilnehmer mussten aus einem Lego-Bausatz einen fahrenden Roboter bauen, der auf einem vorgegebenen Spielfeld Lebensmittel mit unterschiedlichem Reifegrad auf unterschiedliche, farblich markierte Felder verteilt: Frische Lebensmittel, dargestellt durch rote Legosteine, mussten in den Supermarkt, unreife Lebensmittel (grüne Legosteine) in den Reiferaum. Durch gelbe Bausteine markierte Lebensmittel mit kleinen Schönheitsfehlern sollten zurück in die Fabrik transportiert werden, verdorbene Lebensmittel (blaue Steine) in die Vergärungsanlage. Am Schluss sollte der Roboter im Zielbereich abgestellt werden.

Nach einer zweieinhalbstündigen Bau- und Programmierphase hatten die Teams jeweils vier Runden zu je zwei Minuten Zeit, ihre Aufgaben zu erfüllen. Die beiden Besten kamen in die Wertung. Für gelöste Aufgaben wurden Punkte vergeben, es gab aber Abzüge, wenn die Lebensmittel nicht vollständig auf dem richtigen Feld lagen oder eine Barriere auf dem Spielfeld verschoben wurde. Bei Punktgleichheit entschied die schnellere Zeit. Helena Dilger, Lia Hahn und Jonas Liebert, die mit roten T-Shirts und dem Teamnamen „Happy Fruits“ antraten, setzten sich mit einem deutlichen Vorsprung von 40 Punkten durch.

Auf den Wettbewerb vorbereitet hat sie und die anderen vier Teams Steffen Liebert, der als Projektmanager bei einem großen Computerkonzern arbeitet, und einmal pro Woche eine AG mit Schülern von drei Schulen anbietet. „Unser Sohn Jonas hat sich einen Roboter gewünscht. Aber da uns solche Bausätze mit rund 450 Euro zu teuer waren, hatte ich vor fünf Jahren die Idee, an der Sophie-Scholl-Schule eine AG zu organisieren, in der Kinder spielerisch Roboter zu bauen und zu programmieren lernen“, erzählt der studierte Diplom-Physiker. Da die Jungen und Mädchen inzwischen an unterschiedlichen weiterführenden Schulen sind, kommen donnerstagnachmittags Schüler der Sophie-Scholl-Schule, der Ostertag-Realschule und des Johannes-Kepler-Gymnasiums zusammen.

Jetzt will das Team zum Weltfinale nach Thailand

„Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt die zehnjährige Helena Dilger. Sie und Lia Hahn würden den Roboter aus den vorgegebenen Bausteinen zusammenbauen. Jonas Liebert sei es vorbehalten, diesen zu programmieren. „Obwohl alle den gleichen Bausatz hatten, sahen die Roboter in Böblingen alle unterschiedlich aus“, erzählt Steffen Liebert. Die Steuerung erfolge über Lichtsensoren, die sich an den Linien auf dem Spielfeld orientieren. Zum Deutschland-Finale fährt das Team mit großem Selbstbewusstsein. „Jetzt wollen wir dort unter die ersten Drei und zum Weltfinale nach Thailand“, gibt der zehnjährige Jonas Liebert als Ziel aus.

Sollte das klappen, will JKG-Schulleiter Roman Peters die Reisekosten organisieren. „Ich finde es toll, dass Steffen Liebert am JKG so ein Angebot macht und schon Unterstufenschüler mit informationstechnischen Grundlagen zu tun bekommen“, sagt er. Heidrun Barth, Schulleiterin der Ostertag-Realschule, freut sich, dass im Siegerteam gleich zwei Mädchen stehen: „Das ist bei den naturwissenschaftlichen MINT-Fächern nicht die Regel“, sagt sie.




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