Robotics in Stuttgart Mit Technik und Kreativität auf die Zielgerade

Von Julia Schenkenhofer 

Der Studiengang Technische Kybernetik an der Universität Stuttgart hatte Schüler und Studenten zum Roboterrennen eingeladen. Am Freitag fand das Finale statt.

Das Team ‚Malen nach Zahlen’ von der Wilhelm-Maybach-Schule aus Heilbronn beim ersten Durchlauf. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Das Team ‚Malen nach Zahlen’ von der Wilhelm-Maybach-Schule aus Heilbronn beim ersten Durchlauf. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Bierwurst, Brain Hurrican und die Fannytasten: Sie alle verfolgten am Freitagnachmittag in einem Hörsaal auf dem Campus der Universität-Vaihingen das gleiche Ziel, den Pokal mit nach Hause nehmen. Die drei Teams hatten es zusammen mit 25 weiteren Mannschaften in das Finale des zum 18. Mal stattfindenden Roboterbau-Wettbewerbs „Robotics“ für Schüler und Studenten geschafft. Ihre Aufgabe: Einen aus Lego Education gebauten Roboter mit einem angehängten Pendel von einer Start- zu einer Zielplattform bewegen. Dabei sollte das Pendel an verschiedenen Stellen entlang der Strecke zum Stillstand kommen. „Die Schüler und Studenten müssen im Prinzip zwei Herausforderungen meistern: Den Roboter bauen und die Pendelregelung,“ erklärt Reinhard Eberts, Master-Student im Studiengang Technische Kybernetik, der zusammen mit Kommilitonen und Mitarbeitern des Instituts für Systemtheorie und Regelungstechnik die Veranstaltung organisierte.

Studenten haben keine Vorteile gegenüber Schülern

Am besten meisterte die Herausforderung am Ende des Tages das studentische Team „UmgeKYBt“. Dass die studierenden Wettstreiter gegenüber den teilnehmenden Oberstufen-Schülern generell im Vorteil seien, findet Eberts aber nicht: „In den letzten Jahren haben oft Schülerteams gewonnen,“ erzählt er. Und Tim Martin vom Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik ergänzt: „Die Studenten haben keinen Vorteil aus den Vorlesungen. Sie alle sind im dritten Semester. Und das, was man für die Konstruktion braucht, wird erst ein Jahr später gelehrt.“

Da die eigentlichen Grundlagen weder bei Studenten noch Schülern vorhanden seien, sei Kreativität ein wesentlicher Bestandteil des Abends. „Ich bin jedes Mal überrascht, auf welche Lösungen die Teams kommen. Das sind teilweise Herangehensweisen, die wir gar nicht bedacht haben,“ erzählt der Direktor des Instituts für Systemtheorie und Regelungstechnik Frank Allgöwer begeistert. „Technik ist eben eine kreative Sache und macht Spaß.“

Und das bestätigen schließlich auch die Teilnehmer. Selbst jene, die mit ihrer Leistung am Abend nicht ganz zufrieden sind: „In der Vorrunde waren wir besser. Trotzdem wollen wir nächstes Jahr wieder teilnehmen, denn es hat Spaß gemacht,“ resümiert das Team „Fannytasten“ vom Fanny-Leicht-Gymnasium in Stuttgart-Vaihingen, die am Ende des Abends auf dem zwölften Platz landen.

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