Rock am Ring in Mendig Fans total verärgert über Extragebühr

Rock am Ring im vergangenen Jahr: 2015 war die frühere Anreise noch kostenlos. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Foto: dpa
Rock am Ring im vergangenen Jahr: 2015 war die frühere Anreise noch kostenlos. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Foto: dpa

Am Freitag, 3. Juni, ist wieder Rock am Ring in Mendig in Rheinland Pfalz. Für die früh Anreisenden verlangt der Veranstalter in diesem Jahr spontan eine Extragebühr – und löst einen Shitstorm aus.

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Mendig - Der Veranstalter des Festivals „Rock am Ring“ in Mendig in Rheinland Pfalz hat auf Facebook einen Shitstorm ausgelöst. Grund war die Ankündigung, dass es in diesem Jahr ein so genanntes Frühanreiseticket geben wird. Das bedeutet, dass die Besucher, die bereits am Mittwoch (1. Juni) ihre Zelte aufschlagen wollen, eine Frühanreisegebühr von 20 Euro für Parken und Campen zahlen müssen.

Offiziell beginnt das Festival am Freitag, 3. Juni und dauert bis Sonntag, 5. Juni 2016. Als offizieller Anreisetag gilt laut Veranstalter der Donnerstag. Wer früher kommt, muss zahlen. Das war im vergangenen Jahr nicht so.

Die Begründung des Veranstalters lautet auf Facebook: „Eine Gebühr muss erhoben werden, weil Anreiseverkehr und Versorgung dieser Besucher mit erheblichem personellen Mehraufwand und zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen verbunden sind.“ Dadurch, dass die Frühanreisetickets online erworben werden müssen, könne sich rechtzeitig ein genaues Bild vom Verkehrsaufkommen gemacht werden, so der Veranstalter.

Für viele Besucher kommt Info zu spät

Für viele Rock-am-Ring-Fans riecht die Aktion nach Abzocke. „Seid ihr noch ganz sauber?“, fragt Georg Borgert. „Hat sich mal wieder jemand verkalkuliert und jetzt fehlen doch ein paar 10.000 Euro in den Kassen?“

Besonders die Tatsache, dass die Extragebühr erst einen Monat vor dem Festival bekannt gegeben wird, stößt den Festivalbesuchern sauer auf. „Ich weiß nicht, warum jedes Jahr aufs Neue die Leute verarscht werden“, schreibt Christopher Waitforit Hoffmann. „Ihr könnt die 20 Euro ja haben, wenn das so ein Aufwand ist, aber dann muss man die Leute aufklären, bevor sie sich ne Karte gekauft haben und ihnen nicht hinterher die Wahl lassen: Tag geklaut oder extra zahlen. Das ist ne Frechheit.“ Angelika Nehls sieht darin gar den „Gipfel der gierigen Geldgeilheit“.

Zu den Bildern aus dem letzten Jahr.

Viele Festivalbesucher haben sich längst organisiert und müssen jetzt umplanen. „Die Leute buchen Züge, nehmen Urlaub und mieten Wohnwagen, alles auf Mittwoch ausgerichtet und ihr kommt einen Monat vor Anpfiff mit so einer Info“, beschwert sich Marvin Be Kay. „Peinlich und ein Armutszeugnis für den Umgang mit euren Gästen.“ Auch Thorsten Thompson schreibt: „Wer mit dem Wissen vom letzten Jahr geplant hat, bezahlt jetzt einfach 20 Euro mehr; aber das wahr ja wohl auch der Plan, sonst hätte man es auch einfach im Dezember oder Januar ankündigen können.“

Manch enttäuschter Festivalfan bereut sogar, ein Ticket gekauft zu haben. Andere ziehen ihre Konsequenzen für das nächste Jahr: „Sorry, ich und mein Kumpel waren euch seit 2004 treu, aber nächstes Jahr werden wir woanders hingehen“, schreibt Stefan Bartz.

Da auch die Sorge laut wird, man bekäme möglicherweise keinen Platz mehr auf dem Festival, schaltet sich der Veranstalter ein. „Kein Festivalfan wird benachteiligt, egal wann er anreist“, heißt es von offizieller Stelle.

Streit um die Tetra-Pak-Größe

Noch dazu kommt, dass auf dem Festivalgelände seit diesem Jahr nur noch 0,5 Liter Tetra Paks erlaubt sind. Die gängige Größe war bislang 1 Liter. Die Limitierung auf einen halben Liter trage zu einer schnelleren Sicherheitskontrolle bei, heißt es von Seiten des Veranstalters.

Die Besucher hingegen vermuten auch dahinter eine Verkaufsstrategie: „Weniger Trinken im Gepäck, bedeutet mehr Ausgaben auf dem Gelände“, schreibt Felix Lauer. Andere verlangen eine Erklärung: „Was macht das für einen Unterschied, ob man 0,5 oder 1 Liter kontrolliert? Standet wohl noch nie den ganzen Tag (in der Hitze) vor der Bühne“, so Elena Armstrong. Der Veranstalter hingegen verspricht eine flächendeckende Versorgung mit kostenlosem Trinkwasser auf dem Camping- und Festivalgelände.




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