Rock-Mekka im Rems-Murr-Kreis Wie Alfdorf zum „Indoor-Wacken“ wird – ohne Ärger mit Nachbarn

, aktualisiert am 27.03.2026 - 17:07 Uhr
Eingespieltes Team: Thomas Schurr (links) und Michael Rapp Foto: privat

Die dritte Auflage von „Rock uf’m Berg“ zieht am Samstag Hunderte Hardrock-Fans an. Doch das beschauliche Alfdorf ist stolz auf sein Festival und dessen entspannte Atmosphäre.

Das eher beschauliche Alfdorf, auf knapp 500 Höhenmetern ganz im Osten des Rems-Murr-Kreises am Rand des Welzheimer Waldes gelegen, wird in wenigen Tagen wieder zum Indoor-Wacken für Hardrock-Fans im Südwesten. Am Samstag, 28. März, steigt die dritte Auflage von „Rock uf’m Berg“, organisiert von Michael Rapp, dem langjährigen Wirt der Livemusik-Kneipe Zom Täle in Urbach, und dem Alfdorfer Heavy-Metal-Anhänger Thomas Schurr. Das Motto in der Alten Sporthalle Alfdorf in der Schlossstraße 69 lautet diesmal „Deutschrock total“, und das Line-up verspricht einiges.

 

RammZeigt ist eine Rammstein-Tribute-Band aus Italien, dem Land, welches diese Form der musikalischen Huldigung an Idole zur Hochkultur entwickelt hat. „Der Sänger ist Deutscher, und musikalisch sind RammZeigt ein absolutes Brett“, sagt Michael Rapp. Brozzo ist eine Rockformation mit Wurzeln in Leutenbach und rockt auf Schwäbisch. Heilige Dämonen aus Karlsruhe waren bereits bei der Premiere von „Rock uf’m Berg“ 2024 dabei und pflegen das Liedgut der Böhsen Onkelz.

„Rammstein und die Onkelz ziehen Fans in Scharen an“

Der Vorverkauf laufe sehr gut, sagt Rapp. „Rammstein und die Onkelz haben schließlich eine große Fangemeinde, und dann noch die Lokalmatadoren, das zieht.“ Rund 400 Fans gehen in die Alte Sporthalle, und derzeit sei noch nicht sicher, ob es überhaupt Restkarten und damit eine Abendkasse geben werde. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem empfiehlt Michael Rapp, Tickets im Vorverkauf für 19 Euro zu besorgen. „An der Abendkasse, falls wir überhaupt noch Karten haben, kostet der Einlass dann 23 Euro.“

Bisher sei es bei „Rock uf’m Berg“ immer „total gechillt“ zugegangen, sagen die Veranstalter. Foto: privat

Es ist das dritte Konzert in der Reihe „Rock uf’m Berg“, und wie beim ersten Mal steigt die Party diesmal nur an einem Tag. Bei der zweiten Ausgabe im vergangenen Jahr waren es zwei Konzerttage gewesen. Das sei stressig und eine enorme Belastung für die freiwilligen Helferinnen und Helfer gewesen, die sich aus dem Kreis der Alfdorfer Jugendfeuerwehr, der Familie und Freunden rekrutieren, sagt Rapp. „In diesem Jahr wollten wir alle ein bisschen schonen. Aber in Stein gemeißelt ist der eine Tag nicht.“

Zumal die Alfdorfer, etwas mehr als 7000 leben im Hauptort, den Teilorten Pfahlbronn und Vordersteinenberg sowie in zahlreichen weiteren Weilern und Höfen, „Rock uf’m Berg“ voll akzeptiert haben. Probleme mit der Nachbarschaft, sagt Michael Rapp, habe es bisher noch nie gegeben. „Wir suchen das Gespräch mit den Anwohnern, und sie können gerne auch beim Konzert vorbeischauen. Das eine oder andere Bier übernehmen dann selbstverständlich wir.“

„Leben und leben lassen“: Alfdorf rockt entspannt und sicher

Alfdorf steche überhaupt dadurch hervor, dass „jeder mit jedem kann“, sagt Thomas Schurr, der in Alfdorf aufgewachsen ist. „Hier bei uns gilt: leben und leben lassen.“ Bisher sei es bei „Rock uf’m Berg“ aber auch immer „total gechillt“ zugegangen, ergänzt Rapp. Und für alle Fälle übernehme wie schon in den Vorjahren ein befreundeter Motorradclub die Security am Eingang und in der Halle. „Die haben den Laden mit einem charmanten Lächeln im Griff, würden gegebenenfalls aber auch durchgreifen, wenn es nötig sein sollte.“

Bald folgt das dritte Konzert in der Reihe „Rock uf’m Berg“. Foto: privat

Die Geschäftswelt in Alfdorf und Umgebung zieht ebenfalls mit. Das Gasthaus Ratsstube und Jasmyn’s Kleine Kneipe in Alfdorf unterstützen das Event. Hauptsponsor ist die Aka 2.0, die ehemalige Bierakademie, in Schorndorf. „Dort habe ich in der Vergangenheit auch schon einige Hardrock-Konzerte organisiert. Der Wirt, der Jörg, steht auf die Musik und generell auf Live-Rock“, sagt Rapp.

Bei „Rock uf’m Berg“ spielt die Musik live bis etwas nach Mitternacht. „Um 2 Uhr ist die Halle leer“, so Michael Rapp. Die After-Show-Party geht allerdings weiter, und zwar in Jasmyn’s Kleiner Kneipe, in der DJ Bob Pelé auflegt, der zuvor auch in der Alten Sporthalle die Umbaupausen überbrücken wird.

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