RockXplosion in Warmbronn Gerockt wird hier trotz Regen und Schlamm

Thrash Metal mit Pyro-Einlage: Die Jungs von Skeleton Pit aus Aalen gehen ab bei der 39. Ausgabe von RockXplosion in Warmbronn. Foto: Simon Granville

Beim 39. RockXplosion trotzten die Gäste Regen, Matsch und dunklen Wolken – und machten das kleine Festival am See erneut zu einem Highlight für Fans harter Gitarrenriffs.

Während das Wacken Open Air in Schlamm versank, ließ sich die Metal-Community in Warmbronn vom Regen nicht unterkriegen. Am 1. August ging das legendäre Open-Air-Festival RockXplosion in seine 39. Runde – direkt am Warmbronner See versammelten sich Fans der härteren Klänge zu einer ausgelassenen Feier. Und die Besucherinnen und Besucher kamen nicht nur aus der Region: Auf dem etwas abseits liegenden Campingplatz standen Autos mit Kennzeichen von Augsburg bis Bergisch Gladbach. Ein Zeichen, dass die Konzertreihe auch außerhalb der Region beliebt ist.

 

Der Boden war zwar aufgeweicht und matschig, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Nur ihre Kleidung verriet, dass der Wetterbericht alles andere als Sonne voraussagte: Viele Besucherinnen und Besucher trugen wetterfeste Jacken und Gummistiefel. Darunter blitzten alber Bandshirts, Nietengürtel und Festivalarmbänder aus vergangenen Jahren hervor.

Headbanging und Moshpits

Bereits am Freitagabend, dem ersten Festivaltag, versammelten sich rund 1000 Menschen vor den zwei Bühnen. Getanzt, gelacht und laut mitgesungen wurde, als ob das Wetter nicht existiere: Typische Metal-Moves wie Headbanging oder Moshpitting waren an diesem Freitagabend alles andere als eine Seltenheit.

Für den musikalischen Höhepunkt sorgte am Abend die Schweizer Band Vicious Rain, die dem Publikum mit ihrem energiegeladenen Sound ordentlich einheizte: „Macht mal richtig Lärm für das RockXplosion und die enorme Orga, die dahintersteckt!“, riefen die Musiker ins Mikrofon. Die Menge tobte – und zeigte damit ihre Anerkennung für die monatelange Planung und die viele Arbeit hinter dem Festival.

Kein RockXplosion ohne die freiwilligen Helfer

Über 170 freiwillige Helferinnen und Helfer sind jedes Jahr im Einsatz – ob auf dem eigens eingerichteten Campingplatz, an den Essens- und Merch-Ständen, als Security oder hinter der Bühne.

Auch Daniel Schikors, dieses Jahr zum ersten Mal dabei, war beeindruckt: „Ich bin durch einen Bekannten als Helfer hier gelandet und kannte das RockXplosion vorher gar nicht. Umso cooler ist es, jetzt direkt hinter die Kulissen schauen zu dürfen.“

Nicht nur das Engagement der Helfer, sondern auch deren Einsatz unter erschwerten Bedingungen wird vom Publikum gefeiert. Dass das Festival trotz schwieriger Wetterbedingungen reibungslos ablief, lag auch an der Erfahrung der Crew: Von der Stromversorgung über die Ausleuchtung bis hin zum Notfallmanagement war alles aufeinander abgestimmt. Bereits Tage vor Festivalbeginn arbeiteten zahlreiche Ehrenamtliche im Hintergrund daran, Bühnen, Versorgungswege und Campingflächen sicher begehbar zu machen – mit Schotter, Planen, Holzpaletten und ganz viel Muskelkraft.

Es geht weiter – trotz Bangen wegen Kostensteigerung

Nach einem enormen Anstieg der Kosten bangten viele schon um die Zukunft der Open-Air-Reihe, doch die Projektleitung unter Mike Bruster und Angelika Gathmann machte das scheinbar Unmögliche möglich, sodass es auch in diesem Jahr wieder hieß: „Rock on!“

Die Band Vicious verabschiedet sich zum Applaus der Menge, während sich „Mayflower“, die 2024 einen Auftritt absagen mussten, bereits auf ihren Gig vorbereitet. Mit insgesamt 27 Acts bietet das Metal-Event etwas für jeden Musikgeschmack – und jede Generation. Gruppen wie „Kizzrock“ und „Bananenfuchs“ beispielsweise bieten den perfekten Einstieg in die Welt des Rocks, damit die Kinder gemeinsam mit Mama und Papa laute Gitarrenriffs bejubeln können.

„Das macht das Ganze hier besonders interessant für mich als Metalfan“, so ein Leonberger, der seine kleine Tochter mitgebracht hat. „Das Gelände ist überschaubar, die Atmosphäre angenehm. Für mich als Familienvater ist das einfach perfekt.“

Wer Hilfe braucht, findet beim Awareness-Team ein offenes Ohr

Dass es allen gut geht und niemand in eine unangenehme Situation gelangt, dafür sorgt das Orga-Team mit dem Awareness-Zelt. Im hinteren Bereich des Geländes steht das kleine schwarze Zelt. Innendrin erkennt man eine kleine Liege mit Decken, Gehörschutz und Erste-Hilfe-Kits. „Das Awareness-Zelt ist eine Herzensangelegenheit von uns, dort haben wir einen Safe-Space für Besucherinnen und Besucher geschaffen, die sich vielleicht unwohl fühlen“, erzählt eine freiwillige Helferin.

Und das Konzept kommt auch gut an: Oftmals wird das Angebot von Leuten genutzt, die ein bisschen zu tief ins Glas geschaut haben, aber auch für ernstere Anliegen ist es Anlaufstelle genutzt: „Besonders im vergangenen Jahr gab es viele, die auf uns zugekommen sind, weil Menschen, mit denen sie schlechte Erfahrungen hatten, ebenfalls vor Ort sind“, so die Helferin aus dem Awareness-Team. „Dann haben wir uns zusammengesetzt und beraten, was als nächstes passiert – auch, um zu zeigen, dass wir da sind und für jeden ein offenes Ohr haben. Das ist in dieser Szene besonders wichtig“.

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