Der Spielwarenhändler Rofu hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Was die finanzielle Schieflage für die Kunden auch in der Leonberger Filiale bedeutet.
Seit mehr als 40 Jahren ist der Spielwaren- und Babyfachhändler Rofu am Markt etabliert. Jetzt ist das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) in finanzielle Schwierigkeiten geraten und meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an. Eine von deutschlandweit mehr als 100 Filialen befindet sich in der Leonberger Seeäckerstraße. Hier sind 17 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt.
Gründe für den Insolvenzantrag, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, seien unter anderem ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten sowie ein intensiver Wettbewerb. Das sogenannte Eigenverwaltungsverfahren soll darauf abzielen, das Unternehmen langfristig zu erhalten: Das Management bleibt dabei im Amt und wird in diesem Fall von dem Sanierungsspezialisten Pluta unterstützt.
Rofu-Chef: Waren werden wie gewohnt ausgeliefert
Rofu-Geschäftsführer Michael Fuchs betont, dass der Betrieb in allen Filialen ohne Einschränkungen fortgeführt werde. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch im Online-Shop können Kundinnen und Kunden weiterhin wie gewohnt bestellen“, so Fuchs. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen bereits ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, das nun im Rahmen der Eigenverwaltung umgesetzt werde.
Die etwa 1970 Beschäftigten seien bereits über den aktuellen Stand informiert worden. Ihre Gehälter seien über das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate abgesichert. Zudem stehe Rofu Kinderland im engen Austausch mit dem Einkaufsverband Markant, um sicherzustellen, dass die Lieferketten stabil bleiben und Waren weiterhin wie gewohnt ausgeliefert werden.
Rofu lenkt den Fokus auf den stationären Handel
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung setze das Unternehmen künftig stärker auf den stationären Handel als Herzstück der Marke, ergänzt durch eine engere Verzahnung mit digitalen Angeboten.
Darüber hinaus sollen Prozesse optimiert, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter gestaltet und die Zusammenarbeit mit Lieferanten weiter intensiviert werden. „Ziel ist es, das Unternehmen zu retten“, sagt Patrick Sutter, ein Pressesprecher der Pluta Rechtsanwalts GmbH. „Im Frühjahr wird man dann mehr wissen.“ Ob die Mitarbeitenden mit Personalabbau rechnen müssen? „Ausschließen kann man in der jetzigen Zeit gar nichts“, sagt Sutter.