Rofu Kinderland Traditions-Händler insolvent: Wie es für die Filiale in Böblingen weitergeht

Der Spielwarenhändler Rofu hat in Böblingen eine Filiale an der Herrenberger Straße. Foto: uls

Der Spielwarenhändler Rofu hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Was die finanzielle Schieflage für Kunden auch in der Böblinger Filiale bedeutet.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Puzzles, Bauklötze, Gesellschaftsspiele oder Faschingskostüme: Seit mehr als 40 Jahren ist der Spielwaren- und Babyfachhändler Rofu am Markt etabliert, seit 29 Jahren auch in Böblingen. Jetzt ist das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) in finanzielle Schwierigkeiten geraten und meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an. Betroffen sind deutschlandweit mehr als 100 Filialen, jene in Böblingen befindet sich an der Königsberger Straße 16 (Zugang von der Herrenberger Straße). Dort sind 17 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Weitere Filialen in der Region sind in Leonberg, Freiberg am Neckar, Eislingen bei Göppingen und Weinstadt bei Waiblingen.

 

Gründe für den Insolvenzantrag, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, seien unter anderem ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten sowie ein intensiver Wettbewerb. Das sogenannte Eigenverwaltungsverfahren soll darauf abzielen, das Unternehmen langfristig zu erhalten: Das Management bleibt dabei im Amt und wird in diesem Fall von dem Sanierungsspezialisten Pluta unterstützt.

Rofu-Chef: Waren werden wie gewohnt ausgeliefert

Rofu-Geschäftsführer Michael Fuchs betont, dass der Betrieb in allen Filialen ohne Einschränkungen fortgeführt werde. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Auch im Online-Shop können Kundinnen und Kunden weiterhin wie gewohnt bestellen“, so Fuchs. In den vergangenen Monaten habe das Unternehmen bereits ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, das nun im Rahmen der Eigenverwaltung umgesetzt werde.

Die etwa 1970 Beschäftigten seien bereits über den aktuellen Stand informiert worden. Ihre Gehälter seien über das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate abgesichert. Zudem stehe Rofu Kinderland im engen Austausch mit dem Einkaufsverband Markant, um sicherzustellen, dass die Lieferketten stabil bleiben und Waren weiterhin wie gewohnt ausgeliefert werden.

Rofu lenkt den Fokus auf den stationären Handel

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung möchte das Unternehmen künftig stärker auf den stationären Handel setzen als Herzstück der Marke, ergänzt durch eine engere Verzahnung mit digitalen Angeboten.

Darüber hinaus sollen Prozesse optimiert, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter gestaltet und die Zusammenarbeit mit Lieferanten weiter intensiviert werden. „Ziel ist es, das Unternehmen zu retten“, sagt Patrick Sutter, ein Pressesprecher der Pluta Rechtsanwalts GmbH. „Im Frühjahr wird man dann mehr wissen.“

Ob die Mitarbeitenden mit Personalabbau rechnen müssen? „Ausschließen kann man in der jetzigen Zeit gar nichts“, sagt Sutter.

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