Roland Klenk „Vereine bereichern mit eigenen Ideen und Vorschlägen“

Hier werden Jugend und Sport zusammengeführt: Roland Klenk (3. v. r.) mit Vertretern des Jugendgemeinderats und Graffiti-Künstlern bei der Erweiterung des Sportzentrums Leinfelden. Foto: Guenter E. Bergmann, Presse-, Werbe- und Eventfotografie/Guenter E.Bergmann Presse und Ev

In Sachen Sport tut sich einiges in Leinfelden-Echterdingen: Es geht um die Erweiterung oder einen Neubau des Sport- und Freizeitzentrums, ein Ersatz für die Kinoturnhalle bei der Ludwig-Uhland-Schule ist im Gespräch, es geht um die Turn- und Festhalle Stetten sowie um die Sporthalle in Musberg.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Herr Klenk, insbesondere auf den Fildern ist die Zufriedenheit der Bürger beim Thema „Sport und Vereine“ sehr groß. Sind Sie auch ähnlich zufrieden mit dem Sport- und Vereinsangebot sowie dem, was diese leisten? Oder wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

 

Die Schaffung von bestmöglichen Rahmenbedingungen für Sport und Vereine wie überhaupt für das Ehrenamt egal ob im sportlichen oder kulturellen Bereich ist ein Schwerpunkt meiner gesamten Amtszeit. Ich bin sehr dankbar, wie der Sport und die Vereine diese Rahmenbedingungen ausfüllen, insbesondere aber auch mit eigenen Ideen und Vorschlägen bereichern. Darüber hinaus engagieren sie sich bei Festen wie dem Krautfest oder beim anstehenden Stadtjubiläum 2025. Gerne ist das Team der Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen, aber auch ich, weiterhin offen für Vorschläge und Ideen zur Stärkung unserer Vereine und des Ehrenamts.

Im Mai dieses Jahres hat die Stadtverwaltung eine „Momentaufnahme“ der Sportstättenentwicklung in Leinfelden-Echterdingen vorgelegt. Hier werden sowohl die erfolgreichen Projekte der letzten Jahre formuliert wie auch der aktuelle Sanierungs- und Erweiterungsbedarf bei den Sportstätten. Gehen Sie mit dieser Bestandsaufnahme konform? Wie ist denn der Stand der Dinge bei den einzelnen Projekten? Welche Schritte folgen als nächstes?

Leinfelden-Echterdingen ist in den letzten zehn Jahren um fast 4000 Einwohner gewachsen. Weitere Baugebiete wie Schelmenäcker und Goldäcker sind im Werden. Dazu kommt noch das Bevölkerungswachstum durch Geflüchtete. Dementsprechend ist auch der Bedarf an Sportflächen gestiegen. Aktuell prüfen wir mit den Vereinen Belegungsoptimierungen und die Mehrfachnutzung von vorhandenen Räumen in Schulen und Kitas. Mittelfristig müssen die anstehenden Vorhaben wie Erweiterung oder Neubau des Sport- und Freizeitzentrums Leinfelden, ein Ersatz für die Kinoturnhalle bei der Ludwig-Uhland- Schule, der Turn- und Festhalle Stetten sowie der Sporthalle in Musberg priorisiert werden.

Der Bürger interessiert sich naheliegenderweise vor allem dafür, wie er seinem Wunsch nach sportlicher Betätigung in seinem unmittelbaren Umfeld nachgehen kann. Das ist also der Breitensport. Aber wie sieht es mit dem Spitzensport aus? Was können/sollen Kommunen wie Leinfelden-Echterdingen da machen, wie erfolgreich sind sie da bisher in ihren Bemühungen? Oder ist es doch nicht viel eher das Anliegen einer Kommune, sich vorrangig um die Interessen seiner Bürger zu kümmern, also das Angebot im Breitensport auszubauen?

Ein Entweder-Oder zwischen Spitzen- und Breitensport sehe ich in Leinfelden-Echterdingen gerade nicht. Gute örtliche Strukturen im Vereins- und Breitensport sind aus meiner Sicht beste Voraussetzungen, aus denen sich Spitzensportler entwickeln können. Hochrenommierte Namen wie Frank Stäbler im Ringen, Anjuli Knäsche im Stabhochsprung, Leo Neugebauer im Zehnkampf oder Fabian Heinle im Weitsprung konnten beziehungsweise können auf belastbare Strukturen vor Ort zurückgreifen. Gerade der Zusammenschluss unserer Sportvereine in der Sportgemeinschaft Leinfelden-Echterdingen beziehungsweise der Leichtathletik- oder auch der Handballspielgemeinschaft Leinfelden-Echterdingen sorgen für ideale Voraussetzungen. Die Filderer erzielen jährlich Bestplatzierungen bei den deutschen Meisterschaften im Karnevalistischen Tanzsport.

Um Spitzensport und entsprechend viel Geld scheint es ja vor allem in Stuttgart zu gehen: Ein neues Sportbad wurde eingeweiht, der VfB hat eine gute Finanzspritze bekommen, der Neubau einer Mehrzweckhalle als Nachfolge der Schleyer-Halle wird diskutiert, regelmäßig geht es um Bewerbungen für Europa- oder Weltmeisterschaften in verschiedenen Sportdisziplinen. Ist das die richtige Aufgabenteilung für eine Region wie Stuttgart? Ist der Sport in den anderen Metropolregionen dieses Landes ähnlich aufgestellt?

Ich kann nachvollziehen, dass Metropolstädte wie Stuttgart einen Schwerpunkt auf Spitzensport und nationale und internationale Sportevents legen. Das ist sicher auch ein nicht zu unterschätzender Stadtmarketingfaktor und damit aktive Pflege des Stadtimages. Wir profitieren als Nachbarstadt davon sicher ebenfalls, wenn nicht direkt, dann sicher mittelbar. Die Rückmeldung der Vereine und der Bürgerschaft bestätigen, dass wir mit dem Beschluss für ein neues Hallenbad auf dem richtigen Weg sind.

Auf Stuttgart und die umliegenden Kommunen werden bis auf Weiteres noch viele Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten kommen und wohl auch längere Zeit hier bleiben. Wie geht man in Leinfelden-Echterdingen damit um, welche Ideen gibt es, was wurde bereits umgesetzt und mit welchem Erfolg?

Aktuell leben in Leinfelden-Echterdingen bereits mehr als 1220 Geflüchtete. Auf Grund der Meldungen des Landkreises Esslingen sowie auf Grund unserer eigenen Erfahrungen der letzten Jahre müssen wir im Jahr 2024 weitere 350 und im Jahr 2025 weitere 250 Personen aufnehmen. Auch in den Jahren 2026 und danach müssen sicherlich weitere Personen aufgenommen werden. Mit den Gemeinderatsfraktionen wurde abgestimmt, dass wir bis Herbst weitere Standorte auf ihre Eignung als Flüchtlingsunterbringung untersuchen. Aber unterbringen ist das eine. Darüber hinaus möchten wir diese Menschen bald sprachlich fit machen und versuchen in Arbeit zu vermitteln. Die Arbeitsaufnahme ist der erste wichtige Schritt in eine eigene Zukunft und raus aus den städtischen Unterkünften.

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