Rolling Stones Coverband Dirty Rock-Musik

Bigger Bang gibt alles in Sindelfingen Foto: Eibner/Roger Bürke

„Bigger Bang“, eine Cover-Band der Rolling Stones, setzt den wuchtigen Schlusspunkt bei „Sindelfingen rockt“.

Sindelfingen - Die Rolling Stones haben eine besondere Beziehung zu Stuttgart, denn einer ihrer letzten Tourneeauftritte war 2018 im Neckarstadion und die Stones-Cover-Band Bigger Bang kommt ebenfalls aus der Schwabenmetropole. Der Name Bigger Bang bezieht sich auf den Titel einer Tournee, die 2004 begonnen hat.

 

Die Rolling Stones waren auch nicht einfach eine Gruppe und erlebten seit ihrer Gründung 1963 etliche Personalwechsel. Und sie hatten seit 1963 rund 20 Musiker, die sie für ihre Tourneen immer in die Gruppe integrierten. Musik der Stones bildete jetzt den Abschluss der Reihe Sindelfingen rockt auf dem Gelände von Möbel Hofmeister.

Eine schwarze Armbinde für den verstorbenen Charly Watts

Auch diese Veranstaltung wurde parallel auf den Sindelfinger Marktplatz übertragen und konnte dort mit Kopfhörern und Leinwand umgebungsfreundlich genossen werden. Das Cover-Konzert war mit knapp 1000 Leuten bis auf den letzten Platz (darunter auch etliche Stehplätze) ausverkauft. Getanzt wurde auch: mit dem Popo auf der Bank oder den Füßen auf dem „Stein“-Boden. Der Schlagzeuger trug aus Sympathie für den verstorbenen Charly Watts eine schwarze Armbinde.

Musikalisch und körpersprachlich erstklassig

Selten hat man die Songs der Rolling Stone musikalisch so erstklassig erleben können. Der Sound der Band war knackig, laut, ausreichend transparent. Die Körpershow des Sängers Uli Heinzle glich der seines Vorbildes Mick Jagger bis ins Detail, etwa die ausgestreckten Zeigefinger und das damals als sexy und unanständig empfundene Hüftgehopse. Da die Musik der Stones und der exzellenten Bigger Bang als „dirty“ empfunden wurde, war auch die manchmal mangelnde Treffsicherheit bei einigen hohen Tönen durchaus stilecht. Zu den Stärken des intelligenten Programmaufbaus von Bigger Bang zählt auch die Tatsache, dass sie nicht einfach Songs aus den 24 Alben herunterspielten, sondern auch Songs anderer legendärer Musiker integrierten wie etwa Bob Dylans „Like a Rolling stone“. Die Original Rolling Stones zählen bis heute zu den vier erfolgreichsten Musikbands ihrer Branche. Mit Nummer-eins-Hits aus den Jahren 1968 bis 2020 sind sie in Deutschland die ausdauerndsten Spitzenreiter aller Zeiten. Und man muss es erst einmal geschafft haben, dass die seit Jahrzehnten führende Zeitschrift für Popular-Musik Rolling Stone heißt.

„Angie“: Herrlich interpretierte Ballade

Wie eine gute musikalische Würze wurden immer wieder kleinere Soli beziehungsweise Improvisationen einzelner Musiker eingestreut wie zum Schluss vom Saxophon. Zu den langsamen Balladen, die von Bigger Band interpretiert wurden, zählte auch das herrlich musizierte „Angie“, deren politische Existenz in Deutschland sich in einigen Wochen dem Ende zuneigt. Der Titel wird sicher länger Bestand haben.

Eröffnet wurde der Abend mit einem Titel, der 2018 beim Konzert der Stones im Neckarstadion für Stimmung sorgte: „ Get off of my cloud“. Nicht fehlen durfte natürlich auch der legendärer Freiheits-Song „Route 66“ von Bobby Troup. Die großen Klassiker wie „Start me up“ hatten sich die Stuttgarter Musiker ohnehin für das letzte Drittel aufgehoben. Es können unmöglich alle Titel aufgezählt werden, aber es spricht für gute Konzerte, wenn man bedauert, dass sie zu Ende sind. Und das war auch hier der Fall – trotz der herbstlichen Temperaturen gegen 22 Uhr.

Ein weiteres Konzert mit Bigger Bang steigt an diesem Freitag um 16 Uhr im Strohländle in Leonberg.

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