Rosenschnittkurs in Fellbach Mit kaltem Herz und heißer Schere

Damit Rosen so schön blühen, muss man bei der Pflege einiges beachten. Foto: dpa/Silas Stein

Peter Schwarzkopf kennt sich bei Rosen aus, er kultiviert sie. Jetzt hat er in seinem Betrieb in Fellbach Anleitungen und Tipps zum richtigen Rosenschnitt gegeben – das Interesse an den Kursen war groß.

Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, ist es Zeit, die Rosen zu schneiden. Jetzt, in diesen Tagen, werden entscheidende Weichen gestellt, damit sie im Sommer schöne Blüten bekommen. Der regelmäßige Schnitt im Frühjahr ist wichtig, damit Stöcke gesund und vital bleiben. Durch den Schnitt wird die Rose angeregt, oberhalb der Veredlungsstelle neu auszutreiben, sie verjüngt sich.

 

Peter Schwarzkopf kultiviert Rosen und hat in seinem Betrieb „Fellbacher Schnittrosen“ an zwei Samstagen spezielle Schnittkurse angeboten: „Wie und wann schneide ich meine Rosen richtig?“ Eine einheitliche Antwort gibt es nicht, da es unterschiedliche Sorten mit jeweils unterschiedlichen Wuchsarten gibt, zum Beispiel die Edelrose, die Strauchrose, Kletterrosen, aufrecht wachsende Beetrosen, Bodendecker und auch Rosenstämmchen. „Rosen“, sagt Schwarzkopf, „werden nach ihrer Größe eingeteilt.“

Nicht zu zimperlich zu Werke gehen

Zwei Regeln kann sich jedoch jeder Hobbygärtner merken: Rosen sollten regelmäßig, bevorzugt im Frühjahr geschnitten werden, „und zwar dann, wenn die Forsythien zu blühen beginnen“. Dann sei der schärfste Frost vorbei. Und auch wichtig: „Mit kaltem Herz und heißer Schere schneiden“, empfiehlt der Fachmann. Will heißen, man sollte nicht zu zimperlich zu Werke gehen. Auch dann, wenn die Rose schon ausgetrieben hat.

Der Rosenschnitt ist eine kleine Wissenschaft für sich, aber kein Hexenwerk. Viele Gartenbesitzer sind sich unsicher. Der „Königin der Blumen“ geht der Ruf voraus, dass sie anspruchsvoll sei, was Erde und Standort betrifft. Sie sei empfindlich und müsse vor Frost geschützt werden. Sie neige zu Laus- und Pilzbefall und zu Rosenrost. Dann werden die Blätter gelb/braun und fallen ab. Mitten im Sommer, wenn die Rose in voller Blüte steht. Die kranken Blätter müssen, sobald sie abgefallen sind, „in den Restmüll, nicht in den Kompost“; sie dürfen nicht liegen bleiben, sagt der Fachmann und ergänzt: „Heilen kann man mit Pflanzenschutzmitteln nicht, nur vorbeugen.“ Zu Pilzbefall komme es in der Regel dann, wenn es „warm und feucht“ ist. Läuse könne man mit dem Wasserschlauch wegspritzen.

Peter Schwarzkopf aus Fellbach kultiviert Rosen und weiß, wie und wann man sie richtig schneidet. /Ingrid Sachsenmaier

„Rosen muss man eigentlich gar nicht gießen“, sagt Peter Schwarzkopf. Sie könnten auch Trockenphasen aushalten. Einmal die Rosen richtig zu gießen, das sei, wenn sie im Garten neu eingepflanzt sind, eigentlich ausreichend. Bei einem heißen und extrem trockenen Sommer kann man zusätzlich gießen: „Am besten einen Wasserschlauch hinlegen und den Boden wässern. Rosen können und sollen tiefe Wurzeln bilden und sich die Feuchtigkeit dann tief aus dem Boden holen.“ Wenn man gieße, dann immer so, „dass die Rosenblätter trocken in die Nacht gehen.“ Und noch ein Tipp: „Rosen mögen keine Staunässe, mit Lehmboden kommen sie jedoch ganz gut zurecht.“ Ein Rat, der vor allem bei Topfpflanzen beachtet werden muss. Bei Edelrosen ist es gut, wenn man im Herbst zum Frostschutz an der Veredelungsstelle Erde anhäufelt.

In der blätterlosen Zeit umpflanzen

„Rosen brauchen Licht, Rosen sind Sonnenkinder“, sagt Peter Schwarzkopf, „sie können Sonne von morgens bis abends vertragen.“ Aber: „Hitze und wenig Licht mögen sie nicht.“ Das Licht-Wärme-Verhältnis muss passen. Man solle den Standort ausprobieren, rät er. „Rosen wachsen am besten auf dem freien Feld, aber auch in fast jedem Garten.“ Nur wenn man bei Gartenrosen die Blätter runterschneidet, könne man sie auch in der Vegetationszeit umpflanzen, so Schwarzkopf. Viel besser ist es jedoch, die Rosen in der Zeit, in der sie keine Blätter haben, umzupflanzen.

Beim Schneiden von Rosen sind Hobbygärtner offensichtlich stark verunsichert: im Herbst oder im Frühjahr? Das ist die große Frage. Im Herbst könne man die Rosen etwa um ein Drittel zurückschneiden und dann die Erde am Fuß hoch anhäufeln. Das schütze sie auch gegen Frost, abdecken mit Tannenreisig schadet nicht, muss aber nicht sein. Beim Frühjahrsschnitt gebe man der Pflanze ihre Form – Buschrosen werden unten geschnitten, bei Edelrosen wolle man dagegen lange Stiele erreichen.

Rosen sollten regelmäßig im Frühjahr geschnitten werden, dabei muss man genau hinschauen. Dort wo ein Auge ist, treibt die Rose aus, und dort sollte sie zurückgeschnitten werden. „Am besten oberhalb einer Verzweigung“, rät Schwarzkopf. Dort hat die Rose viele Augen. Auf jeden Fall müssen alle Triebe mit Frostschäden bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. In toten trockenen Trieben könnten Schädlinge überwintert haben. Generell gilt, dass ein schwacher Trieb nur einen schwachen Austrieb zustande bringen, ein starker Trieb hingegen einen starken Austrieb hervorbringen wird. Triebe von schwach wachsenden Rosen werden auf drei bis fünf Augen eingekürzt. Triebe aus dem letzten Jahr, die noch keine Verzweigungen haben, werden auf jeden Fall eingekürzt. Dadurch werden sie angeregt, sich zu verzweigen und dicker zu werden.

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