Rosensteintunnel in Bad Cannstatt Auf dem Fahrradweg geht es eng zu

Beim Mineralbad Leuze ist der Fahrradweg während der Bauarbeiten kurviger und steiler als zuvor. Foto: Gottfried Stoppel
Beim Mineralbad Leuze ist der Fahrradweg während der Bauarbeiten kurviger und steiler als zuvor. Foto: Gottfried Stoppel

Weniger Brücken, mehr Kurven und einige gesperrte Wege: rund um die Baustelle Rosensteintunnel müssen Fahrradfahrer und Fußgänger gravierende Verschlechterungen hinnehmen, kritisieren Fahrradfahrer und der ADFC.

Bad Cannstatt: Annina Baur (ani)
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Bad Cannstatt - Mit seinem blau-weißen Trikot und der schwarzen Radlerhose sieht Giuseppe Fazio nicht nur aus wie ein Fahrrad-Experte. Er ist es auch, zumindest, was den Weg zwischen dem Stuttgarter Osten und Bad Cannstatt anbelangt: „Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad vom Ostendplatz in meinen Garten im Sommerrain“, sagt der gebürtige Italiener. Das Stück zwischen der Stadtbahn-Haltestelle Mineralbäder und dem Leuze ist noch nie seine Lieblingspassage auf der Strecke gewesen, doch seit die Bauarbeiten für den Rosensteintunnel begonnen haben, sei es richtig schwierig geworden für Fahrradfahrer: „Der Weg ist viel zu eng für die vielen Leute“, findet Giuseppe Fazio.

Eine Esslingerin, die am Brunnen vor dem Leuze ihre Trinkflasche auffüllt, pflichtet ihm bei: „Die vielen Kurven machen den Weg unübersichtlich.“ Vor allem wenn Radfahrer zu schnell unterwegs seien, könne es gefährlich werden. Sie habe schon mehrere Beinahe-Kollisionen auf dem verschwenkten Radweg erlebt. „Früher war die Wegführung geradliniger“, findet die passionierte Radlerin, die den Leuzeknoten regelmäßig passiert.

Bis zu 5500 Fahrradfahrer am Tag

In der Tat handelt es sich um eine der wichtigsten Verbindungen für Fahrradfahrer in der Landeshauptstadt: „Die vollautomatische Zählstelle beim Mineralbad Leuze erfasst täglich rund 4000 Fahrradfahrer, an Spitzentagen werden sogar bis zu 5500 gezählt“, sagt Claus Köhnlein, der Fahrradbeauftragte der Stadt.

Ein Grund mehr für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), die Situation kritisch unter die Lupe zu nehmen. „Leider behindern die Baumaßnahmen für den Rosensteintunnel und die neue Eisenbahnbrücke für Stuttgart 21 den Radverkehr und führen zu einer gravierenden Verschlechterung für Radfahrer“, sagt Kathrin Werner, Vorstandsmitglied des ADFC Stuttgart. Vor dem Hintergrund, dass langfristig die Zahl der Fahrradfahrer auf 20 Prozent des Verkehrsaufkommens und damit um ein Vierfaches erhöht werden solle, müsse die Situation auf der König-Karl-Brücke optimiert werden, da der derzeitige Zweirichtungsradweg nicht die erforderliche Breite von 2,60 Meter habe. Denkbar wäre für den ADFC eine Führung auf beiden Seiten der Brücke.




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