Rosensteintunnel in Stuttgart Stadt weist Schuld an Bauverzug zurück

Von Josef Schunder 

Die beauftragte Firma Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH hat jüngst die Vorwürfe der Stadt zurückgewiesen, sie müsse noch auf Entscheidungen und Baufreigaben durch die Stadtverwaltung warten. Im Streit um den Rosensteintunnel gibt nun die Verwaltung der Baufirma Kontra.

Die Bauarbeiten am Rosensteintunnel gehen nicht so schnell vonstatten wie geplant. Foto: Stadt
Die Bauarbeiten am Rosensteintunnel gehen nicht so schnell vonstatten wie geplant. Foto: Stadt

Stuttgart - Der Streit um die Frage, wer für den Zeitverzug beim Bau des B-10-Rosensteintunnels verantwortlich ist, geht weiter. Die Stadtverwaltung hat jetzt Vorwürfe der beauftragten Firma Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH zurückgewiesen, sie müsse noch auf Entscheidungen und Baufreigaben durch die Stadtverwaltung warten, ehe man mit allen Mitteln versuchen könne, die verloren gegangene Zeit aufzuholen – nach Einschätzung von Geschäftsführer Thomas Escher rund 18 Monate.

Stadtverwaltung: Es herrscht Baufreiheit

Die Stadtverwaltung erklärte, dem Tiefbauamt seien keinerlei Entscheidungen bekannt, „die für den derzeit anstehenden Bauablauf getroffen werden müssten“. Man habe auch keine Beschwerden über Behinderungen des Bauablaufs vorliegen. Den Vorwurf der Baufirma, die Stadt habe den Baugrund mangelhaft erkundet und Planungsmängel zu verantworten, wies die Stadt auch zurück: „Das Tiefbauamt hat eine ordnungsgemäße Baugrunderkundung durchgeführt, die eine mangelhafte Baugrunderkundung und Planung ausschließen.“ Die Geologie im Bereich des Tunnels unter dem Rosensteinpark und im Bereich der Neckartalstraße habe sich zwar teilweise anders dargestellt, als man erwartet hatte. Das Tiefbauamt habe die Planungen aber entsprechend weiterentwickelt und der Arbeitsgemeinschaft B10/Rosensteintunnel, zu der die Firma Wolff & Müller zählt, zur Ausführung übergeben. „In allen für die Firma Wolff & Müller relevanten Baubereichen herrscht Baufreiheit“, erklärte die Stadtverwaltung.

Übergabe des Tunnels erst 2021?

Sie hatte zu Beginn der Kontroverse gegenüber unserer Zeitung beklagt, dass sich die Arbeiten im Verantwortungsbereich von Wolff & Müller seit Monaten hinschleppen würden. Deswegen müsse man den Termin für die Übergabe des Tunnels von Ende 2020 auf wahrscheinlich Mitte 2021 verschieben. Wenn die Baufirma nicht konstruktiv mitarbeite, könne es auch Herbst 2021 werden.

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