Rosensteintunnel und Leuze-Knoten Die Stege werden Ende 2019 fertig

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Beim Umbau des Leuze-Knotens kommt es zu Verzögerungen von bis zu zweieinhalb Jahren. Daher werden die Stege zwischen Leuze und Rosensteinpark voraussichtlich erst Ende 2019 wieder für Fußgänger und Radfaher geöffnet.

Die Rosensteinstege beim Leuze-Knoten sollen voraussichtlich Ende 2019 wieder vollständig und begeh- und befahrbar sein. Foto: Jürgen Brand
Die Rosensteinstege beim Leuze-Knoten sollen voraussichtlich Ende 2019 wieder vollständig und begeh- und befahrbar sein. Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Der Umbau des Leuze-Knotens wird wegen der Probleme mit dem Bauunternehmen Wolff & Müller voraussichtlich zweieinhalb Jahre länger dauern als ursprünglich geplant. Das bedeutet, dass sich die Verkehrssituation dort auch nach Fertigstellung des Rosensteintunnels, der von den Verzögerungen nicht betroffen ist, erst einmal nichts ändern wird. Die Anwohner im Stadtteil Berg werden in dem Bereich also weiter mit Baulärm, den täglichen Dauerstaus und dem daraus resultierenden Schleichwegverkehr leben müssen. Deswegen hat sich der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost in seiner Sitzung am Mittwochabend über den Stand der Dinge informieren lassen. Und deswegen sieht sich ein Teil der Bezirksbeiräte in der grundsätzlichen Ablehnung des Projekts bestätigt.

Schlimmster Fall und Befreiungsschlag

Die Stadt hatte im März wie berichtet den Bauvertrag mit Wolff & Müller gekündigt. Der Kündigung waren Auseinandersetzungen über den mangelnden Baufortschritt im Bereich des Leuze-Knotens und über gravierende Sicherheitsmängel vorausgegangen. Der Bau des Rosensteintunnels ist von der Kündigung nicht betroffen, da dort eine Arbeitsgemeinschaft mehrerer Unternehmen den Bau ausführt. Beim Leuze-Knoten dagegen war Wolff & Müller alleiniger Auftragnehmer.

„Das ist der schlimmste aller Fälle“, sagte der Projektleiter beim Tiefbauamt, Christian Buch, am Mittwoch im Bezirksbeirats. „Wenn ein Bauvertrag in der Größenordnung von 40 Millionen Euro gekündigt wird, ist das auch in Deutschland nicht an der Tagesordnung.“ Andererseits sagte Buch: „Das ist ein Befreiungsschlag gewesen.“

Rasche Verbesserungen am Leuze

Während sich jetzt Gerichte mit dem Streit zwischen Stadt und Baufirma beschäftigen werden – es geht um ein Auftragsvolumen von etwas mehr als 40 Millionen Euro –, soll es am Leuze-Knoten möglichst rasch weiter gehen. Wolf & Müller hat das betroffene Baufeld beim Leuze-Mineralbad inzwischen geräumt. Die neue Ausschreibung wird gerade vorbereitet, der Auftrag für den Neubau des geplanten Kurztunnels im Leuze-Knoten soll im Frühjahr 2018 vergeben werden. Buch rechnet mit einer Bauzeitverzögerung von zweieinhalb Jahren.

Er konnte aber schon über den neuen Zeitplan informieren, vor allem für die Bereiche, die die Leuze-Besucher, Radfahrer und Fußgänger am meisten interessieren. So soll die „extrem schwierige Situation am Leuze-Eingang“ rund um die dortige Hajek-Plastik möglichst rasch verbessert werden. Die an manchen Stellen sehr engen Rad- und Fußwege sollen verbreitert, die enge 90-Grad-Kurve für Radfahrer soll entschärft werden.

Neuer Zeitplan für das Leuze-Umfeld

Das Spielfeld des Leuze-Mineralbads, das wegen des Bauprojekts zurzeit nicht genutzt werden kann, wird laut Buch zur Freibadsaison 2018 wieder zur Verfügung stehen. Der letzte Tunneldeckel der neuen dritten Leuze-Röhre soll im August 2017 fertig sein, dann kann auch der Verkehr auf der Cannstatter Straße „wieder geradeaus rollen“. Der neue Kurztunnel soll nun im Sommer 2019 in Betrieb genommen werden, die dritte Leuze-Röhre Ende 2019. Die Rosensteinstege, die seit dem Baubeginn unterbrochen sind, sollen ebenfalls Ende 2019 wieder zur schnellsten Verbindung zwischen Stuttgart-Ost und Rosensteinpark werden. Alle Arbeiten am Leuze-Knoten sollen 2021 beendet sein, also rund ein Jahr nach der geplanten Inbetriebnahme des Rosensteintunnels selbst. Dadurch wird auch die durch das Tunnelprojekt erhoffte Verflüssigung des Verkehrs und Entlastung in einigen umliegenden Bereichen erst ein Jahr später als geplant wirken können. Buch: „Wir gehen nicht von einer Verschlechterung der Verkehrssituation durch die Verzögerung des Leuze-Knotens aus, sondern es wird so bleiben, wie es jetzt ist.“

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