Rosenstein-Quartier in Stuttgart Hochhausidee stößt auf Bedenken

Von Josef Schunder 

Der Städtebauausschuss hat Vorschläge für das geplante Rosensteinviertel in Stuttgart geprüft. Ein Architekturbüro musste zu seiner Hochhausidee Fragen beantworten.

Pläne für das Rosenstein-Viertel Foto: Max Kovalenko
Pläne für das Rosenstein-Viertel Foto: Max Kovalenko

Stuttgart - Der Stuttgarter Städtebauausschuss hat sich am Dienstag den ersten und den zweiten Gewinner beim städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Rosenstein-Quartiere von Stuttgart 21 vorstellen lassen. Von den beiden „sehr verschiedenen Entwürfen“ gingen gute Anregungen und Chancen für die städtebauliche Diskussion aus, hieß es danach. Die Präferenzen, die durchschimmerten, schienen ähnlich zu sein wie im Preisgericht: Vorteil für das Team ASP/Köber Landschaftsarchitektur (Stuttgart). Etwas kritischere Fragen wurden an das Büro Laux Architekten (München/Stuttgart) mit der zweitplatzierten Arbeit gerichtet.

Das lag an der Idee eines Hochhausviertels im Umfeld des heutigen Lokomotivschuppens. Diese Vision erscheine bisher etwas unbegründet, fast schon ein wenig „gewalttätig“ am Parkrand, meinte Freimut Jacobi. Und Manuel Schupp warf die Frage nach dem menschlichen Maßstab der Entwürfe auf, ob die Hochhäuser zu den beabsichtigten Nutzungsformen passen und dereinst den gewandelten Wohnbedürfnissen gerecht werden könnten. Tilman Harlander, emeritierter Professor der Uni Stuttgart, äußerte die Sorge, dass die so genannte „Uptown“ zu einem Hochhausquartier werden könnte, „wie wir es eigentlich nicht mehr wollen“, zu einem Hochhausviertel mit sozialem Wohnungsbau – während in anderen Gebäuden am Schlossgarten ausschließlich „privilegiertes Wohnen“ wäre.

Im Juli will die Jury urteilen

Eine Verbindung der „Uptown“ mit dem bestehenden Nordbahnhofviertel spielt im Laux-Entwurf eher keine Rolle, wohingegen die Erstplatzierten punktuell eine Klammer anstreben: über den Damm des bisherigen Gleisbogens hinweg, der nach dem Entfernen der Gleise zum Gleisbogenpark werden soll. Ansonsten setzte ASP auf einen Höhepunkt mit „Parkterrassen“ und „hängenden Gärten“. Im Umgang mit den topografischen Verhältnissen sah Ausschussmitglied Achim Söding neben den Aspekten des Verbindens und Verknüpfens von Quartieren die zentrale Frage: „Soll das Plateau bleiben oder geschliffen werden?“ Davon lenke man ab, wenn man vordergründig das Für und Wider der Hochhäuser beschäftige.

Die Topografie habe auch das Preisgericht thematisiert und den beiden Wettbewerbsteilnehmern zur weiteren Bearbeitung aufgegeben, sagte Baubürgermeister Peter Pätzold. Im Juli will die Jury über die fortentwickelten Arbeiten urteilen und der Stadt eine Empfehlung geben.

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