Rot-grün-rotes Bündnis Bremen ist kein Zukunftsmodell

Bremens neuer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) verdankt seine Macht auch den Stimmen der Linkspartei. Manche seiner Genossen halten das für ein Zukunftsmodell. Foto: dpa

Die neue Linkskoalition in Bremen taugt nicht zum Muster für den Rest der Republik. Davon träumen zwar manche Sozialdemokraten. Doch gerade sie würden da nur die zweite Geige spielen, meint der StZ-Autor Armin Käfer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Stuttgart - Auch im Westen ist es nun kein Tabu mehr, gemeinsam mit der Linkspartei zu regieren. Seit diesem Donnerstag sind die Linken gemeinsam mit Grünen und Sozialdemokraten in Bremen an der Macht beteiligt. Ein Zukunftsmodell für den Rest der Republik wird diese Koalition nach der Formel R2G deshalb noch lange nicht, auch wenn in der SPD manche davon träumen.

 

Dabei gibt es just für die SPD wenig Grund dazu. Aus aktuellen Umfragen ließen sich zwar auch auf Bundesebene Mehrheiten für ein solches Bündnis errechnen. R2G wäre für die Sozialdemokratie jedoch allenfalls ein notdürftiges Vehikel, um an der Macht zu bleiben. Sie würde da nur die zweite Geige spielen: als Steigbügelhalter eines grünen Kanzlers Habeck – eine Rolle, die mit der vergleichbar ist, in der sich die SPD in Merkels Schatten kaputtregiert hat. Auch für die Grünen taugt Bremen nicht zum Modell. Ihr Vertrauen im bürgerlichen Lager wäre rasch dahin, wenn sie auf Linkskurs abonniert blieben. Bremens Modellcharakter ist ohnehin fragwürdig: die Arbeitslosenquote liegt dreimal so hoch wie im Süden. Ein Blick auf den Länderfinanzausgleich lässt die Hansestadt eher wie ein fremdfinanziertes Projekt erscheinen.

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