Rotlichtmilieu Großbordell Paradise soll verkauft werden

Der Bordellchef Jürgen Rudloff will sich vom Paradise in Echterdingen trennen. Foto: StZ
Der Bordellchef Jürgen Rudloff will sich vom Paradise in Echterdingen trennen. Foto: StZ

„Paradise“-Chef Jürgen Rudloff zieht sich offenbar aus der Branche zurück: Er bestätigte, dass es einen Interessenten gebe. Gegen Rudloff wird wegen Betrugs ermittelt; Mitarbeiter des Clubs stehen wegen Menschenhandels vor Gericht.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Ich stehe in Verhandlungen“, sagt Jürgen Rudloff. Der Unternehmer, der unter anderem Chef des Großbordells Paradise in Leinfelden-Echterdingen ist, bestätigte am Freitag gegenüber der Stuttgarter Zeitung, dass er beabsichtige, seine „ganze Gesellschaft“ zu verkaufen. Damit meint er die drei Häuser in Frankfurt, Saarbrücken und in Echterdingen. Über die Verhandlungen lässt er sich nichts Näheres entlocken. In der Branche spricht man von rund 30 Millionen Euro für alle drei Betriebe, Leinfelden-Echterdingen soll den Interessenten acht bis neun Millionen Euro wert sein. „Das kommentiere ich nicht, solange Gespräche laufen“, sagt Rudloff. Was er selbst in Zukunft geschäftlich plane, will der 61-Jährige auch noch für sich behalten.

Dass Rudloff sich offenbar aus der Sexbranche zurückzieht, ist nicht überraschend, da seine Geschäfte zurzeit von der Staatsanwaltschaft durchleuchtet werden. Seit vergangenem Herbst wird gegen ihn und seinen Geschäftsführer ermittelt. Rudloff soll Investorengelder für Betriebe eingeworben, diese dann aber nicht für den Bau weiterer Bordelle, sondern für seine eigenen Zwecke verwendet haben. Am Landgericht läuft bereits ein Verfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Zuhälterei gegen zwei Prostituierte des Clubs Paradise sowie einen jungen Mann. Der Mann soll jungen Frauen die große Liebe vorgespielt und sie so zur Prostitution gebracht haben.

Rudloff: „Interessenten kamen auf mich zu“

Der Bordellchef, der zurzeit in der Schweiz leben soll, betont mehrfach, dass nicht er seine Betriebe zum Kauf angeboten habe, sondern jemand auf ihn zugekommen sei. Dabei soll es sich um „ein großes Unternehmen“ handeln, das über das notwendige Kapital verfüge, mit der Sexbranche aber bislang nichts zu tun habe.

Was Rudloff auch wichtig ist zu verbreiten: Der Kaufinteressent habe signalisiert, den Betrieb weiterführen zu wollen. „Das heißt, dass niemand in den Häusern Angst um seinen Arbeitsplatz haben muss, es bleiben alle“, sagt der scheidende Chef. Schließlich habe er allein in Leinfelden-Echterdingen rund 60 Jobs geschaffen, lobt er sich selbst. Die Kaufsumme beziehe sich zumindest im Fall des Paradise allein auf den Betrieb und nicht auf das Gebäude. Die Immobilie soll angemietet sein. „Das Geschäft dreht sich um die ganze Gesellschaft, mit gemieteten und erworbenen Immobilien“, sagt Jürgen Rudloff dazu.




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