Im Curling entscheidet oft nicht ein einzelnes K.o.-Spiel, sondern erst die Round Robin. Erst danach geht es für die besten vier ins Halbfinale. Wie das System funktioniert und warum es als besonders fair gilt.

Digital Desk: Katrin Jokic (kkl)

Wenn bei Olympia vom „Round Robin“ die Rede ist, ist damit die Vorrunde im Jeder-gegen-jeden-Modus gemeint. Jede Nation spielt einmal gegen jede andere Nation – am Ende zählt die Tabelle.

 

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina (6. bis 22. Februar) ist dieses System im Curling die Grundlage dafür, wer überhaupt um Medaillen spielen darf.

So funktioniert die Round Robin bei Olympia 2026

1) Jeder spielt gegen jeden

In den Team-Wettbewerben (Männer und Frauen) sind jeweils 10 Teams am Start. In der Round Robin bestreitet damit jede Mannschaft 9 Spiele – gegen alle anderen Teams je einmal.

2) Die besten vier kommen weiter

Nach der Round Robin ziehen die Top 4 der Tabelle in die K.o.-Phase ein. Dort gilt das klassische Halbfinale-Schema:

  • 1. gegen 4.
  • 2. gegen 3.

So ist es auch für Milano Cortina 2026 vorgesehen.

3) Halbfinale, Bronze- und Goldspiel

Nach der Round Robin geht es bei Olympia 2026 in die K.o.-Phase mit Halbfinals, Spiel um Bronze und Finale. Die Zeiten stehen bereits fest:

Bei den Männern finden die Halbfinals am 19. Februar um 19:05 Uhr statt. Einen Tag später, am 20. Februar (19:05 Uhr), folgt das Spiel um Platz 3. Das Finale wird dann am Samstag, 21. Februar 2026, um 19:05 Uhr ausgetragen.

Bei den Frauen sind die Halbfinals am 20. Februar um 14:05 Uhr angesetzt. Das Bronzespiel folgt am 21. Februar um 14:05 Uhr. Das Finale steigt am Sonntag, 22. Februar 2026, um 11:05 Uhr.

Im Mixed Double steht der Medaillensatz bereits fest: Schweden gewann am 10. Februar Gold, die USA holten Silber, Italien Bronze.

Round Robin gilt als besonders fair

Die Round Robin gilt als fair, weil alle Teams die gleiche Ausgangslage haben: Jede Nation spielt gegen dieselben Gegner und kann sich nicht „durch Losglück“ einen leichteren Weg sichern. Außerdem entscheidet nicht ein einzelner Ausrutscher über das Aus. Wer einmal schwach spielt, kann das in den nächsten Partien wieder ausgleichen. Dadurch spiegelt die Tabelle am Ende meist besser wider, wer über mehrere Spiele konstant gut war, statt nur in einem entscheidenden Moment.

Was passiert bei Punktegleichheit?

Gerade in einem Jeder-gegen-jeden-System sind gleiche Siege/Niederlagen häufig. Wenn zwei Teams punktgleich sind, zählt zuerst das Ergebnis im direkten Duell (Head-to-head). Das ist die naheliegendste und im Curling gängige Logik.

Blick auf Olympia 2026: Deutschland und die Tabelle

Aus deutscher Sicht ist bei Milano Cortina 2026 nur das Männer-Team vertreten (Team Muskatewitz).

In der laufenden Round Robin steht Deutschland aktuell (Stand 17. Februar 2026) bei 3 Siegen und 4 Niederlagen auf Rang 7. Vorne liegen zu diesem Zeitpunkt Schweiz, Kanada, Norwegen und Großbritannien.

Ein Blick auf die olympische Historie zeigt, wer im Curling traditionell abliefert: Kanada ist die erfolgreichste Nation mit 11 Medaillen (6× Gold), gefolgt von Schweden mit 9 Medaillen (3× Gold).