Tausende Menschen werden zum Trauermarsch und der Trauerfeier für den getöteten Polizisten Rouven Laur in Mannheim erwartet. Zwei Wochen nach der Messerattacke nehmen Kollegen und Angehörige Abschied.

Polizistinnen und Polizisten werden am Freitag in einem Trauermarsch zur Trauerfeier (11.00 Uhr) für ihren getöteten Kollegen Rouven Laur in Mannheim laufen. Rund 2000 Gäste werden zu der Veranstaltung im Congress Center Rosengarten in der Innenstadt erwartet. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) wird ebenso teilnehmen wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU). Der Südwestrundfunk überträgt die Trauerfeier in seinem Fernsehprogramm und auf Social-Media-Kanälen live. 

 

Bei der Veranstaltung werden nach Angaben der Polizei unter anderem Kretschmann, Strobl sowie auf Wunsch der Angehörigen der Bürgermeister von Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis), Thomas Seidelmann (parteilos) sprechen. Das Landespolizeiorchester wird spielen, eine Sängerin der Mannheimer Polizeiakademie zwei Stücke vortragen. 

Steinmeier spricht von einem „blutigen Terrorakt“

Bei den Gästen der Veranstaltung handelt es sich laut Polizei unter anderem um Angehörige, Polizisten, Rettungskräfte und Mitglieder der Feuerwehr. In unmittelbarer Nähe auf dem Friedrichsplatz wird es demnach eine Außenübertragung der Veranstaltung geben. Dort werden auch Kondolenzbücher ausgelegt.

Ein 25-jähriger Afghane hatte vor zwei Wochen auf dem Mannheimer Marktplatz fünf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie den Polizisten mit einem Messer verletzt. Der 29 Jahre alte Beamte erlag später seinen Verletzungen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Tat vergangene Woche in Mannheim als „blutigen Terrorakt“. Der Täter habe offenbar aus einem politischen, mutmaßlich islamistischen Hintergrund gehandelt.

Ermittlungen laufen

Die Anteilnahme am Tod des jungen Polizisten ist in Mannheim und auch bundesweit enorm. In der Stadt im Norden Baden-Württembergs hatten sich wenige Tage nach der Tat laut Polizei 8000 Menschen für eine Gedenkkundgebung zusammengefunden. Auch zu einer Gedenkminute vergangenen Freitag um 11.34 Uhr zum Zeitpunkt der Tat kamen mehr als 1500 Menschen auf den Marktplatz.

Die Generalbundesanwaltschaft hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Zuletzt gab es keine Auskünfte mehr darüber, ob der Täter mittlerweile vernehmungsfähig ist oder nicht. Der Angreifer war bei der Tat selbst von einem anderen Polizisten angeschossen und verletzt worden.