Konzert in Stuttgart Party-Stimmung und eine Überraschung zum Schluss: So war’s bei Royal Republic

Sänger Adam Grahn weiß genau, wie er das Publikum auf seine Seite ziehen kann – und überzeugt auch mit seiner Stimmgewalt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die schwedischen Rocker von Royal Republic feiern auf ihrer Lovecop-Tour eine ausgelassene Party mit vielen Überraschungen. Bilder, Setlist und Kritik vom Konzert in den Wagenhallen.

Volontäre: Julian Meier (mej)

Für die große Menge an Wiederholungstätern, die seine Band Royal Republic schon einmal gesehen haben, hat Sänger Adam Grahn am Freitagabend eine Botschaft parat: „Ihr habt eine gute Entscheidung getroffen zurückzukommen, denn wir sind besser denn je.“ Der energiegeladene 90-minütige Auftritt in den Stuttgarter Wagenhallen lässt da wenig Raum für Widerspruch.

 

Im Handumdrehen verwandelt die vierköpfige Rockband aus Malmö die ehemalige Abstellhalle für Lokomotiven in eine einzige Partymeile. Das liegt einerseits an ihrer Musik, die schon ganz natürlich zum Mittanzen animiert. Es sind aber auch die raffinierten Showelemente, mit der Royal Republic auf ihrer Lovecop-Tour die Halle fast zum Explodieren bringen.

Hannes Irengård heizt dem Publikum mit seinem lässigen Gitarrenspiel ein. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Royal Republic in Stuttgart: Klassiker und eine besondere Akustik-Einlage

Eingestimmt wird das Publikum von der Berliner Punkrock-Band Alex Mofa Gang. Die nimmt ihre Aufgabe mehr als Ernst: „Entweder einen gelben Schein hochhalten oder springen“, forderte Frontmann Sascha Hörold die Zuschauer auf. Die kommen der Aufforderung gerne nach und hüpfen sich schon mal warm für den späteren Auftritt von Royal Republic.

Als dann das Quartett aus Schweden die Bühne betritt, ist die Stimmung längst auf Anschlag. Bei den Klassikern wie „Getting Along“, „Full Steam Spacemachine“ oder „Tommy-Gun“ singen die Fans lautstark mit und springen auf und ab. In der dicht gefüllten Halle ist eigentlich zu wenig Platz für dieses bewegungslustige Publikum.

Royal Republic: Zugabe mit Heavy Metal-Einlage

Für besondere Momente ist an diesem Abend auch gesorgt: Den Song „Boomerang“ vom 2019er-Album „Club Majesty“ performen die Vier zur Abwechslung ohne Leuchtgitarre und -schlagzeug. Nur mit Akustikgitarre, Mundharmonika und ihrer enormen Stimmgewalt sorgen sie für eine Einlage, die wirkt wie ein Auszug aus einem Western der 1950er-Jahre. Dafür werden sie mit noch mehr Applaus als ohnehin schon bedacht. Und auch die zuletzt auf einer EP veröffentlichten Coversongs „Venus“ und „Stayin’ Alive“ kommen beim Publikum an.

Apropos Publikum: Zurücklehnen ist bei einem Royal Republic-Konzert so oder so nicht angesagt. Für den Song „Ain’t Got Time“ läuft Sänger Adam Grahn in die Mitte der Halle und bittet „Stuttgarts besten Kuhglocken-Spieler“ zu sich. Ein junger Mann, der sich freiwillig meldet, erledigt diese Aufgabe mit Bravour – und rockt zusammen mit Grahn mitten in der Menge.

Royal Republic haben eine letzte Überraschung nach der Zugabe

In der Zugabe geben die Schweden dann den Metallica-Evergreen „Battery“ zum Besten – um zu demonstrieren, was für eine Band sie eigentlich sein wollten. Doch aus den Heavy Metal-Träumen wurde nichts, stattdessen ist Royal Republic zu einer Gute-Laune-Band geworden. Und darüber dürften sich die anwesenden Fans auch nicht beschweren, schließlich lässt sich zu Songs wie „RATA-TATA“ viel besser Party machen als etwa zu „Battery“.

Nach diesem letzten Lied haben Royal Republic noch eine letzte Überraschung parat: Sie rollen ein Banner aus, auf dem geschrieben steht: „Christian, will you marry me?“ Und tatsächlich: Christian sagt Ja, das Paar kommt auf die Bühne und küsst sich. Verloben können die Schweden-Rocker also auch noch. Und weil sie die Bühne scheinbar kaum verlassen wollen, spielen sie ganz zum Schluss noch „den einzigen Song, den wir auf Deutsch können“: „Heute schütte ich mich zu“ von Karl Dall. Mehr Party geht eigentlich kaum.

Setlist: Royal Republic in den Wagenhallen in Stuttgart

1. Intro My House

2. My House

3. LoveCop

4. Getting Along

5. Baby

6. Boots

7. Stop Movin’

8. Back from the Dead

9. Full Steam Spacemachine

10. Boomerang (Acoustic)

11. Venus

12. Stayin’ Alive

13. Ain’t Got Time

14. Fireman & Dancer

15. Tommy-Gun

16. Lazerlove

17. Battery (Metallica Cover)

18. RATA-TATA

19. Heute schütte ich mich zu (Karl Dall Cover)

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