Rückblick auf die Gartenbau-Ausstellung in Stuttgart Floris Panoramabahn fuhr nur einen Sommer

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Vor 24 Jahren begann die Internationale Gartenbau-Ausstellung (IGA) in Stuttgart. Was blieb? Rote Zahlen und das viel gerühmte, aber wenig beachtete grüne U.

Das Wartberggelände mit dem Bülow-Turm an der Heilbronner Straße, der ehemalige Ort der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart. Foto: Michael Steinert
Das Wartberggelände mit dem Bülow-Turm an der Heilbronner Straße, der ehemalige Ort der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Mit Gartenschauen hat die Stadt Stuttgart viel Erfahrung, innerhalb von 54 Jahren fanden fünf große statt – zuletzt die am 23. April 1993 eröffnete Internationale Gartenbau-Ausstellung (IGA), die nun in Berlin Station macht.

Mit der ersten großen Gartenschau 1939 wurde das Killesberggelände aufpoliert, auch heute noch ein beliebter Treffpunkt. Zur Erinnerung an diese Reichsgartenschau gehört aber auch, dass in der Blumenhalle, der „Ehrenhalle des deutschen Reichsnährstands“, wie sie damals hieß, von 1941 an mehr als 2600 Juden, Sinti und Roma aus Württemberg vor ihrer Deportation ins KZ und den sicheren Tod eingepfercht wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmeten sich die Bundesgartenschauen 1950, 1961 und 1977 erneut dem Killesberggelände, dem Schlossgarten und Teilen des Rosensteinparks – Grünareale, die eingezwängt zwischen Stadtautobahnen und Eisenbahntrassen dem auch heute in der Feinstaubdebatte wieder auflebenden Wahn nach der autogerechten Stadt getrotzt hatten und sich zu einem grünen L formten, das von der City bis zum Löwentor reichte.

Die Landschaftsarchitekten legten sich ins Zeug

Die IGA schloss als vorerst letzte Perle in der logisch folgenden Gartenschaukette die Lücke zwischen dem Rosensteinpark und dem Höhenpark Killesberg: Das rund acht Kilometer lange grüne U entstand, eine Idee des Stuttgarter Landschaftsarchitekten Hans Luz. Dafür wurden 24 Hektar im Leibfriedschen Garten und am Wartberg nach den Plänen der Gruppe Luz, Egenhofer, Lohrer und Schlaich umgestaltet, der Egelsee und viele Kunststationen angelegt. Ein Vogel mit Cowboyhut wurde zum Maskottchen namens Flori ausgerufen, einige, noch heute optisch bestechende Fußgängerstege wurden gebaut und im Rahmen eines experimentellen Wohnungsbaus besondere Hoch- und Reihenhäuser am Nordbahnhof errichtet. Um die beträchtlichen Steigungen zu überwinden, wurde noch eine computergesteuerte Panoramabahn aufgebaut, die sich zu einer der Hauptattraktionen der IGA entwickelte, danach aber demontiert wurde.

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