In Düsseldorf brachte sie laut WDR am Montag „gestandene Männer zum Weinen“. Jetzt ist Kylie Minogue in Stuttgart. Erinnerungen an ihre Besuche von 1988 und 2008.
Ihr erster Mega-Hit ging Anfang 1988 um die Welt. Der Refrain lautet: „I should be so lucky, lucky, lucky, lucky, i should be so lucky in love!“ Absolut lucky fühlen sich an diesem Mittwoch die Fans von Kylie Minogue. Denn die Pop-Queen tritt mit einem Best-of-Set, einer spektakulären Disco-Show, am Abend nach 20 Uhr knallig bunt bei den Jazz Open in Stuttgart auf. Zuletzt hat die Australierin 2008 in der Schleyerhalle gespielt. Aber auch 1988 war sie schon da, kurz nach ihrem internationalen Durchbruch.
Der Journalist Dirk Herrmann durfte die damals 20-jährige Kylie, die gerade vom englischen Produzententeam Stock, Aitken, Waterman (kurz SAW) und dessen hauseigener Plattenfirma PWL ganz nach oben katapultiert worden war, im Medienhaus Gemini an der Königstraße treffen, das es schon lange nicht mehr gibt. Die neue Disco-Göttin kam zu einem PR-Termin nach Stuttgart, ganz ohne Konzert. In unserer Zeitung lautete die Überschrift am 24. August 1988: „Kylie: Tumult an der Platten-Bar“.
Für ihre Produzenten sei sie eine „singende Marionette“ gewesen
Dirk Herrmann erinnert sich: „Ich weiß noch, dass damals auch eine Radio-Kollegin (von einem Privatsender, meine ich) mit dabei sein wollte, dann aber nicht mit durfte, weil sie sich nicht, im Gegensatz zu mir, vorher korrekt angemeldet hatte. So saßen wir dann allein in einem Hinterzimmer vom Gemini, ein Pressebetreuer war vielleicht noch dabei.“
In seinem Artikel schrieb der Kollege: „Auf der Königstraße hätte dem unscheinbaren, kleinen Mädchen sicher kaum jemand Beachtung geschenkt.“ Doch plötzlich habe bei Gemini Tumult geherrscht. Weil dort ein „Sternchen“ als „Star“ gefeiert wurde? Bei der Autogrammstunde kämpften sich Hunderte von Teenies in Richtung Plattenbar, hinter der Kylie Minogue ihren Namen auf Plattenhüllen schrieb. Die Sängerin habe den Andrang gelassen hingenommen, wie wohl auch die Tatsache, dass sie für Stock, Aitken, Waterman nur „eine singende Marionette“ sei. Damals sagte Kylie: „Ich verstehe sowieso nichts von diesem Geschäft.“
20 Jahre später trat die Popsängerin, die ihre Karriere als Schauspielerin begonnen hat, in der Schleyerhalle auf. 13 500 Fans hätten dem Deutschlandauftakt der „Kylie X 2008“-Tournee live beiwohnen können. „Die Anzahl der verkauften Tickets blieb mit 8000 Stück aber weit hinter den Hoffnungen der Veranstalter zurück“, schrieb damals unsere Redaktion. Jetzt ist die Disco-Diva aber wieder ganz oben. Die Kritiken nach ihren Auftritten der aktuellen „Tension-Tour“ in Berlin, Zürich und Düsseldorf sind euphorisch.
Ihr Hotel befindet sich außerhalb der City
Am Dienstag ist Kylie Minogue mit einem Privatjet (es ist nicht ihr eigener) in Stuttgart gelandet. Ihre Fans haben bereits in den Hotels Le Meridien und Steigenberger Graf Zeppelin Ausschau nach ihr gehalten – vergeblich. Denn sie ist außerhalb der City abgestiegen, um Ruhe vor dem großen Auftritt auf dem schönsten Platz von Stuttgart zu finden. Am Nachmittag kam sie zum Soundcheck auf den Schlossplatz und ist „sehr gut drauf“, wie man beobachtet hat. Mit 7200 Zuschauern (ausverkauft!) ist Stuttgart das kleinste Auditorium von ihr auf der aktuellen Tour in Deutschland. In Berlin waren 15.000 Fans dabei. Damit erleben die Jazz-Open-Besucher ein intimes Konzert der Pop-Queen wie dies auf diese Weise ganz selten möglich ist.